Ungarischer Regierungschef Orban reist zu Gesprächen mit Putin nach Moskau

© AP Photo / John ThysUngarns Ministerpräsident Viktor Orban (Archivbild)
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban (Archivbild) - SNA, 1920, 31.01.2022
Russlands Präsident Wladimir Putin wird Ungarns Premierminister Viktor Orban am kommenden Dienstag in Moskau empfangen. Es ist das erste Mal nach der jüngsten Eskalation der Ukraine-Krise, dass der Regierungschef eines Nato-Staates nach Russland kommt.
Bei den Gesprächen sollen Kremlangaben zufolge Handels- und Wirtschaftsfragen, Themen der Energieversorgung sowie die Bereiche Kultur und Humanitäres ebenso erörtert werden wie die „aktuellen Probleme der Gewährleistung der europäischen Sicherheit“. Man rechne mit „sehr produktiven Verhandlungen“, erklärte Dmitri Peskow, Sprecher des russischen Präsidenten.
Orban hatte Ende letzter Woche angekündigt, bei den anstehenden Gesprächen mit Putin eine Erhöhung der russischen Gaslieferungen nach Ungarn vereinbaren zu wollen. Aus dem ungarischen Außenministerium hatte es vor wenigen Wochen geheißen, das Jahr 2021 sei das erfolgreichste Jahr in der Zusammenarbeit Ungarns und Russlands gewesen. Wichtige Kooperationsthemen im laufenden Jahr seien der Bau des AKW Paks-2 durch den russischen Energiekonzern Rosatom, die Herstellung des russischen Corona-Vakzins Sputnik V in Ungarn sowie der Export ungarischer Agrarprodukte nach Russland.
Vor seiner Reise nach Moskau will Orban eigenen Angaben zufolge mit Nato- und EU-Kollegen über Sicherheitsfragen sprechen. Die Stationierung zusätzlicher Truppenkontingente der Nato in Ungarn steht dabei wohl nicht zur Debatte. Der ungarische Verteidigungsminister Tibor Benkö erklärte am vergangenen Wochenende, sein Land halte die Stationierung für unzweckmäßig, weil die Lage rund um die Ukraine keine Gefahr für Ungarn darstelle. Außerdem böten die russischen Truppenbewegungen östlich der Ukraine nach Einschätzung seiner Armee keinen Anlass zu der Annahme, dass Russland sein Nachbarland angreifen wolle.
Bundeswehr-Soldat beim Nato-Einsatz „Enhanced Forward Presence“ (Archiv) - SNA, 1920, 29.01.2022
Ungarns Verteidigungsminister hält Verlegung zusätzlicher Nato-Kräfte im Land für unzweckmäßig
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