Estlands Regierungschefin zu Waffenlieferungen: Deutschland soll auf die Ukrainer hören

© AP Photo / Olivier HosletEstlands Ministerpräsidentin Kaja Kallas (Archivfoto)
Estlands Ministerpräsidentin Kaja Kallas (Archivfoto) - SNA, 1920, 31.01.2022
Die estnische Ministerpräsidentin Kaja Kallas hat im Ukraine-Konflikt an Deutschland appelliert, Kiew zu helfen. Die russischen Sicherheitsforderungen an die USA und Nato bezeichnete sie als eine „Falle“ und einen „Erpressungsversuch“.
„Die Lage in Europa ist angespannter denn je“, sagte Kallas der „Bild“-Zeitung. Russland versammle seine Streitkräfte an der ukrainischen Grenze und setze eine aggressive Rhetorik ein.
„Wir hoffen, dass sich Diplomatie und Dialog durchsetzen werden, aber die Gefahr eines Konflikts ist real. Wir müssen auf die entsprechenden Schritte vorbereitet sein, falls Russland die Diplomatie aufgibt“, betonte die estnische Regierungschefin.
Deutschland rief sie dazu auf, der Ukraine zu helfen. „Wir ermutigen unsere deutschen Partner, auf die Ukrainer zu hören. Die Ukraine hat um Hilfe gebeten. Das Land benötigt Hilfe bei seiner Selbstverteidigung gegen den Aggressor“, so Kallas.
Die russischen Sicherheitsforderungen an die USA und Nato lehnte die estnische Ministerpräsidentin als eine „Falle“ und einen „Erpressungsversuch“ ab. „Wir können nicht zulassen, dass Russland seinen politischen und militärischen Einfluss über seine Nachbarn wiederherstellt“, betonte sie.
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Russland habe kein Mitspracherecht, was die Beschlüsse der Nato betreffe, „und wir werden auf Russlands Ultimaten nicht eingehen“.
Angesichts der Berichte über einen russischen Truppenaufmarsch in der Nähe der Ukraine befürchten westliche Staaten, dass Moskau eine militärische Invasion des Nachbarlandes plane. Russland dementiert das und sieht sich durch das Heranrücken der Nato an seine Grenzen bedroht.
Deshalb forderte Moskau von den USA und der Allianz verbindliche Sicherheitsgarantien. Unter anderem geht es darum, dass die Nato weder die Ukraine noch andere postsowjetische Staaten in das Militärbündnis aufnehmen soll. Die Nato lehnt das ab. Bei den ersten Gesprächsrunden Anfang Januar gab es keine Annäherung.
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