Zahl der Toten nach IS-Angriff auf syrisches Gefängnis steigt – Aktivisten melden 330 Opfer

© SNA / Michail Woskressenski / Zur BilddatenbankKriegsgerät in Syrien (Archivfoto)
Kriegsgerät in Syrien (Archivfoto) - SNA, 1920, 31.01.2022
Bei dem Überfall der Terrormiliz Islamischer Staat* (IS) auf ein Gefängnis in der syrischen Stadt Al-Hasaka vor anderthalb Wochen sind nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bislang 332 Menschen gestorben.
Wie die Organisation am Sonntag mitteilte, seien unter den Todesopfern 246 Dschihadisten, sieben Zivilisten und 79 Gefängniswärter und Kämpfer der von der kurdischen YPG-Miliz angeführten Demokratischen Kräfte (SDF), die das Gefängnis wieder unter ihre Kontrolle bringen wollten. Vor einer Woche hatten die Aktivisten noch rund 130 Tote gezählt.
Vor anderthalb Wochen hatten IS-Kämpfer das Gefängnis angegriffen, um Tausende ihrer dort inhaftierten Anhänger zu befreien. Dutzende Menschen wurden bei heftigen Gefechten zum Teil schwer verletzt. Zehntausende Zivilisten flohen aus der Region im Nordosten Syriens.
Der Überfall von etwa 200 IS-Terroristen auf das Gefängnis, in dem 3500 Menschen festgehalten wurden, darunter an der Seite der Terroristen kämpfende Söldner, war einer der schwersten IS-Angriffe in Syrien seit Jahren. US-Truppen unterstützten den Kampf gegen die Extremisten mit Luftschlägen. Die SDF-Truppen konnten erst nach einigen Tagen das Gefängnis und die Umgebung wieder unter ihre Kontrolle bringen. Sie durchsuchen aber weiterhin das Gebäude und die Gegend. Bis zuletzt hatten sich noch Terroristen im Gefängnis verschanzt. Am Samstag kam es laut der Beobachtungsstelle auch noch zu Zusammenstößen zwischen dem IS und den von Kurden angeführten Truppen.
Selbstmord-Drohne des  Typs ZALA Lanzet-3  - SNA, 1920, 25.12.2021
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Wie die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf eine in den sozialen Medien verbreitete Erklärung des IS am Montag berichtet, seien bei dem Überfall mehr als 800 Gefangene geflohen. Laut SDF sollen zahlreiche Gefangene wieder gefasst worden sein.
Wie die syrische Militärstaatsanwaltschaft mitteilte, würden die Ereignisse in Al-Hasaka die Umsetzung eines Projekts darstellen, nach dem die USA den Nordosten Syriens, wo sie sich ohne Erlaubnis der legitimen Regierung befinden, so lange wie möglich unter ihrer Besatzung erhalten wollen. Nach Angaben des Gouverneurs der Provinz Al-Hasaka hat die von den USA angeführte internationale Koalition die Aktivierung von IS-Terroristen bewusst zugelassen, um zu zeigen, dass die Gefahr immer noch besteht und damit ihre illegale Präsenz zu rechtfertigen.
Russland warf indes den USA Versagen im Kampf gegen den Terrorismus vor und forderte einen sofortigen Abzug aller illegal stationierten ausländischen Streitkräfte aus Syrien. Die Vereinigten Staaten kämen mit dem Kampf gegen den Terrorismus nicht zurecht, wie der russische UN-Botschafter, Dmitri Poljanski, auf einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates sagte. Er sprach auch von einem Macht- und Rechtsvakuum in den von den USA besetzten Gebieten, was die Terrorbekämpfung erschwere.
*Terrororganisation mit Betätigungsverbot in Russland und Deutschland
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