Im Fall der Wiederwahl 2024: Trump verspricht verurteilten Kapitol-Angreifern Begnadigung

© REUTERS / GO NAKAMURADer ehemaliger US-Präsident Donald Trump tritt bei einer Kundgebung in Conroe, US-BUndesstaat Texas, auf.
Der ehemaliger US-Präsident Donald Trump tritt bei einer Kundgebung in Conroe,  US-BUndesstaat Texas, auf. - SNA, 1920, 30.01.2022
Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat jenen Personen, die im Zusammenhang mit dem tödlichen Angriff auf das US-Kapitol vor einem Jahr zur Rechenschaft gezogen werden, Begnadigungen in Aussicht gestellt. Als Bedingung dafür nannte er seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2024. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
„Eine weitere Sache, die wir tun werden, und so viele Menschen haben mich darum gebeten – falls ich kandidiere und gewinne, werden wir diese Leute vom 6. Januar fair behandeln“, versicherte Trump am Samstag bei einer Kundgebung in der Stadt Conroe (US-Bundesstaat Texas). „Wir werden sie fair behandeln. Und wenn es Begnadigungen erfordert, werden wir sie begnadigen. Denn sie werden so ungerecht behandelt.“
Bislang hat Trump noch nicht offiziell bestätigt, ob er erneut für das Amt des US-Präsidenten kandidieren werde. Der 75-Jährige weigert sich weiterhin, seine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl 2020 einzuräumen.
Nach einer Rede, in der er seine Abwahl bestritten und behauptet hatte, die Wahlniederlage sei auf einen Wahlbetrug zurückzuführen, hatten Trumps Anhänger am 6. Januar 2021 das US-Kapitol gestürmt. Sie wollten den Kongress daran hindern, Bidens Sieg zu bestätigen. Fünf Menschen, darunter ein Polizeibeamter, kamen bei dem Angriff ums Leben, etwa 140 Polizisten wurden verletzt.
US-Präsident Joe Biden spricht in Atlanta, Bundesstaat Georgia - SNA, 1920, 12.01.2022
Biden nennt Sturm auf das Kapitol „Putschversuch“ und fordert Wahlrechtsreform
Nach Angaben des US-Justizministeriums wurden im Zusammenhang mit der Erstürmung des US-Kapitols vor einem Jahr mehr als 725 Beschuldigte in fast allen 50 Bundesstaaten sowie im District of Columbia verhaftet. Mehr als 225 Beschuldigte seien wegen Angriffs, Widerstands oder Behinderung von Polizeibeamten angeklagt worden. Darunter seien mehr als 75 Menschen, die wegen des Einsatzes einer tödlichen oder gefährlichen Waffe oder schwerer Körperverletzung eines Beamten angeklagt worden seien, hieß es in einer Mitteilung des Büros der US-Staatsanwälte zum Jahrestag des Angriffs.
Mehr als 45 Personen seien wegen Zerstörung von Regierungseigentum angeklagt; mehr als 30 Menschen sei Diebstahl von Regierungseigentum vorgeworfen worden.
Mindestens 275 Angeklagten seien die Beeinträchtigung, Beeinflussung oder Behinderung eines offiziellen Verfahrens oder des Versuchs dazu vorgeworfen worden.
US-Kapitol - SNA, 1920, 18.12.2021
Nach Kapitol-Erstürmung Anfang Januar: Randalierer bekommt über fünf Jahre Haft
Ungefähr 40 Menschen seien wegen Verschwörung angeklagt worden, darunter zur Behinderung eines Kongressverfahrens, von Strafverfolgungsmaßnahmen während der Unruhen oder zur Verletzung eines Beamten.
Vier Personen, die sich eines schweren Verbrechens schuldig bekannt hätten, müssten nun mit einer Höchststrafe von 20 Jahren Haft oder mehr und möglichen Geldstrafen rechnen, hieß es in der Mitteilung weiter. Rund 70 Personen, die von Bundesgerichten angeklagt worden seien, seien bereits für ihre kriminellen Aktivitäten verurteilt worden (Stand 6. Januar 2022), darunter 31 Menschen, die Haftstrafen bekommen hätten.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала