Russland verlegt Seemanöver außerhalb ausschließlicher Wirtschaftszone Irlands

© SNA / Verteidigungsministerium Russlands / Zur BilddatenbankÜbungen der russischen Pazifikflotte (Symbolbild)
Übungen der russischen Pazifikflotte (Symbolbild) - SNA, 1920, 30.01.2022
Nach Protesten irischer Fischer hat Russland angekündigt, ein geplantes Marinemanöver vor der Südwestküste Irlands zu verlegen. Das teilten die russische Botschaft in Dublin und das irische Außenministerium mit.
Russland verzichtet nach eigenen Angaben darauf, die für 3. bis 8. Februar geplante Marineübung vor der Südwestküste Irlands abzuhalten. Dies sei „ein Zeichen des guten Willens“ gegenüber der Regierung in Dublin und irischen Fischerei-Gruppen, erklärte der russische Botschafter auf der Insel, Juri Filatow, unter Berufung auf Verteidigungsminister Sergej Schoigu.
Laut der Mitteilung, die die russische Botschaft in Dublin den russischen Medien vorlegte, beruht die Entscheidung auf der Absicht, den normalen Arbeitsablauf der irischen Fischer in traditionellen Fanggebieten nicht zu beeinträchtigen.
„Wir betonen noch einmal, dass die Übungen in voller Übereinstimmung mit dem Völkerrecht durchgeführt werden und Irland in keiner Weise bedrohen“, hieß es.
Der Geschäftsführer der Irish Fish Processors and Exporters Association, Brendan Byrne, der zusammen mit der Irish South and West Fish Producers Organization diese Woche den Botschafter getroffen hat, sagte gegenüber der „Irish Times“, er begrüße die Entscheidung Russlands, die Marineübungen zu verlegen.
„Es ist ein umweltsensibles Gebiet. Ein Ort, auf den die irischen Fischer für ihren Lebensunterhalt angewiesen sind, weil es sich in einem Laichgebiet der irischen pelagischen Fischbestände befindet“, schilderte er.
Auch der irische Außenminister, Simon Coveney, erklärte am Samstagabend die Entscheidung auf seiner Twitter-Seite für richtig. Er habe einen entsprechenden Brief aus Moskau erhalten und begrüße diese Antwort:

Irland hält Zeitpunkt der Übungen für unpassend

Irische Fischer hatten zuvor angekündigt, die Militärübung stören zu wollen, die rund 240 Kilometer vor der Küste von Cork geplant ist. Laut Angaben der „Irish Times“ wurden in dem Gebiet bis zu 60 fischende Boote erwartet. Zwar liegt dieses in internationalen Gewässern, aber in der sogenannten ausschließlichen Wirtschaftszone, der 200-Meilen-Zone Irlands. Der Ort gilt als äußerst fischreich.
Daraufhin einigten sich Fischereivertreter und der russische Botschafter auf einen Kompromiss.
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Zuvor hatte der russische Botschafter versichert, dass die Marineübungen „in keiner Weise eine Bedrohung für Irland“ darstellten und „kein Schaden beabsichtigt“ werde. Das Verkehrsministerium hat eine Sicherheitsmitteilung an alle Seeleute herausgegeben, in der vor dem genauen Ort der geplanten russischen Marineübungen vor der Südwestküste gewarnt wurde.
Coveney hat letzte Woche erklärt, dass die Pläne Russlands „nicht willkommen“ seien. Allerdings habe Irland nicht die Befugnisse, die Durchführung der Übungen zu verhindern.
„Ich habe dem russischen Botschafter in Irland klar gemacht, dass dies nicht erwünscht ist. Es ist nicht die passende Zeit, um die militärischen Aktivitäten und Spannungen vor dem Hintergrund dessen, was derzeit mit und in der Ukraine passiert, zu verstärken“, zitiert ihn die irische Zeitung.
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