Größter Raketentest seit 2017: Nordkorea testet offenbar Mittelstreckenrakete

© AP Photo / Ahn Young-joonAufnahmen einer südkoreanischen Nachrichtensendung, die am Sonntag, 30. Januar 2022, ausgestrahlt wurde. Die Aufnahmen zeigen einen nordkoreanischen Raketenstart.
Aufnahmen einer südkoreanischen Nachrichtensendung, die am Sonntag, 30. Januar 2022, ausgestrahlt wurde. Die Aufnahmen zeigen einen nordkoreanischen Raketenstart.  - SNA, 1920, 30.01.2022
Nordkorea hat am Sonntag offenbar eine ballistische Mittelstreckenrakete getestet. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Yonhap unter Verweis auf das südkoreanische Militär.
Die Rakete wurde nach Angaben des südkoreanischen Generalstabs am Sonntagmorgen von der nordkoreanischen Provinz Chagang-do in Richtung Japanisches Meer abgefeuert und flog etwa 800 Kilometer weit. Die maximale Höhe, die das Geschoss erreicht habe, habe 2000 Kilometer betragen. Die südkoreanische Armee habe den Raketenstart um 7.52 Uhr Ortszeit (23:52 Uhr MEZ) festgestellt. Auch der japanische Kabinettschef Hirokazu Matsuno hat die Angaben zur Reichweite und zur Höhe des Raketenfluges unabhängig bestätigt.
Die Rakete soll eine Höchstgeschwindigkeit von 16 Mach erreicht haben und habe daher die Schallgeschwindigkeit um das 16-Fache übertroffen, berichtet die Nachrichtenagentur unter Berufung auf eine Quelle in den südkoreanischen Militärkreisen. Das Projektil scheine der Rakete des Typs Hwasong-12-zu ähneln, die Pjöngjang 2017 getestet habe.
Es handle sich bereits um den siebten Raketentest seit Anfang des Jahres und den „bei weitem größten Waffentest“ seit dem Testabschuss der ballistischen Interkontinentalrakete, den Pjöngjang im November 2017 durchgeführt habe, betonte die Nachrichtenagentur.
Nachrichtensendung zeigt den Start von einer nordkoreanischen ballistischen Rakete am 17. Januar 2022. - SNA, 1920, 17.01.2022
Vierter Raketenstart in einem Monat: Nordkorea testet ballistische Kurzstreckenraketen – Yonhap
Südkoreas Präsident Moon Jae-in hat angesichts des nordkoreanischen Raketentests erstmals seit rund einem Jahr eine Plenarsitzung des Nationalen Sicherheitsrats einberufen und Pjöngjang vorgeworfen, gegen die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verstoßen zu haben. Nordkorea sei der Aufhebung seines selbst auferlegten Moratoriums für das Testen von ballistischen Interkontinentalraketen einen Schritt näher gekommen, äußerte der südkoreanische Staatschef. Der Raketentest sei eine Herausforderung für die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel.
Das Indopazifische Kommando der Vereinigten Staaten (USINDOPACOM) hat Nordkoreas jüngsten Raketentest zwar verurteilt, jedoch eingeräumt, dieser habe keine unmittelbare Bedrohung für das Personal der USA, ihr Territorium sowie das ihrer Verbündeten dargestellt.
Kim Jong-un  - SNA, 1920, 01.01.2022
Nordkoreas Staatschef nennt 2022 ein Jahr des „Todeskampfes“
Zuvor hatte das Politbüro der regierenden Partei der Arbeit Koreas nach Angaben der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA in einem Bericht auf gemeinsame US-südkoreanische Militärübungen, die Stationierung hochmoderner strategischer US-Waffen in der Region und die Umsetzung der gegen Nordkorea verhängten Sanktionen verwiesen und verkündet, Washingtons Feindseligkeit und Drohungen hätten „eine gefährliche Grenze erreicht“. Das Politbüro habe angeordnet, „unverzüglich die Frage der Wiederaufnahme aller zeitweilig unterbrochenen Aktivitäten zu prüfen“ und dazu aufgerufen, „umgehend stärkere physische Mittel einzusetzen“, hieß es.
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