Nach Angriff auf Gefängnis in Syrien – 200 IS-Anhänger geflohen

© SNA / Michail Woskressenski / Zur BilddatenbankKriegsgerät in Syrien (Archivfoto)
Kriegsgerät in Syrien (Archivfoto) - SNA, 1920, 30.01.2022
Bei dem Angriff von Terroristen auf ein Gefängnis in Syrien in der vergangenen Woche soll deutlich mehr Häftlingen die Flucht gelungen sein als zunächst gedacht. Nach neuen Informationen der Zeitung „New York Times“ waren bis zu 200 inhaftierte Dschihadisten ausgebrochen.
Am Donnerstag voriger Woche hatten Angreifer zwei Autobomben am Eingang des Gefängnisses im ostsyrischen Hasaka gezündet. Zu dem Angriff bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS)*. Ersten Berichten zufolge konnten dabei mindestens 20 inhaftierte IS-Anhänger aus der Haftanstalt fliehen. Die als gut vernetzt geltende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von Dutzenden Flüchtigen.
Nach aktuellen Informationen der „New York Times“ waren bis zu 200 Gefängnisinsassen entkommen. Das Blatt beruft sich dabei auf einen US-Beamten. Ziel des Angriffs sei vermutlich die Befreiung inhaftierter IS-Anführer und Bombenspezialisten gewesen. Die von der kurdischen YPG-Miliz angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), die die Stadt kontrollieren, wollten diese Angaben laut der Zeitung zunächst nicht kommentieren.
Diese Männer werden verdächtigt, dem IS* anzugehören (Archivbild) - SNA, 1920, 21.01.2022
Dutzende IS-Terroristen fliehen aus Gefängnis im Norden Syriens
Die SDF hatten in der vergangenen Woche mit einem Großaufgebot nach den Geflohenen gefahndet. Heftige Kämpfte in Hasaka dauerten mehrere Tage an. Am Mittwoch erklärte die SDF-Führung, das Gefängnis stünde wieder unter Kontrolle der Behörden. Bei den Kämpfen seien 175 Terroristen getötet worden, bis zu 1000 weitere hätten sich ergeben. Die eigenen Verluste gaben die SDF mit 27 getöteten Soldaten an.
Die syrischen Behörden warfen der von den USA angeführten Militärkoalition vor, den IS-Angriff auf das Gefängnis bewusst geschehen zu lassen, um ihre völkerrechtswidrige Präsenz in Syrien zu rechtfertigen. Auch Russland nahm die Ereignisse in Hasaka zum Anlass, um den USA ein Versagen im Kampf gegen den Terrorismus vorzuwerfen und ein Ende ihrer Militärpräsenz in Syrien zu fordern.
*Terrororganisation mit Betätigungsverbot in Russland und Deutschland
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