Bei Mangel an russischem Gas wird EU auf USA, Katar und Aserbaidschan setzen – Borrell

© SNA / Jekaterina Solowjowa / Zur BilddatenbankKüstenobjekte der Gaspipeline Nord Stream 2 in Lubmin (Archivbild)
Küstenobjekte der Gaspipeline Nord Stream 2 in Lubmin (Archivbild) - SNA, 1920, 30.01.2022
Die Europäische Union wird Erdgas nach Ansicht von EU- Chefdiplomat Josep Borrell aus anderen Ländern beziehen, sollte Russland seine Gaslieferungen drosseln.
„Dabei setzt die EU auf die USA, Katar und Aserbaidschan“, schrieb Borrell am Sonntag in seinem Blog.
Eine Reduzierung oder gar ein Ende der Gasversorgung der EU aus Russland sei denkbar, wenn die Sicherheitsverhandlungen in Europa scheitern sollten, so Borrell. Indes hatte der Kreml mehrmals erklärt, dass Russland seine Vertragsverpflichtungen zu Gaslieferungen nach Europa immer strikt erfüllt und keinen Grund gegeben habe, an seiner Zuverlässigkeit zu zweifeln.

„Wir müssen auf den Fall gefasst sein, dass die Diplomatie scheitert. Wir prüfen alle Möglichkeiten und Szenarien, darunter die Zusammenarbeit mit solchen Ländern wie USA, Katar und Aserbaidschan, deren Gasexporte den Mangel an russischem Gas werden ausgleichen sollen“, erklärte Borrell.

Russlands Sicherheitsvorschläge an den Westen

Russland hatte Ende 2021 Entwürfe eines Vertrages mit den USA und eines Abkommens mit der Nato über Sicherheitsgarantien publik gemacht. Moskau fordert von den westlichen Partnern juristisch bindende Garantien für den Verzicht auf die Osterweiterung der Nato, auf die Aufnahme der Ukraine und auf die Einrichtung von Militärbasen in postsowjetischen Ländern.
Bei den Konsultationen zwischen Russland, den USA und der Nato, die vom 9. bis 13. Januar stattfanden, wurde erwartungsgemäß kein Durchbruch erzielt. Außenminister Sergej Lawrow zufolge fordert Russland eine konkrete schriftliche Antwort auf jeden Artikel der beiden Dokumente. Von den Antworten der Partner würden weitere Handlungen Moskaus und die Perspektiven der Wiederaufnahme der Gespräche abhängen, betonte der russische Chefdiplomat.
Die USA und die Nato haben am 26. Januar ihre schriftlichen Antworten auf Vorschläge Russlands zu Sicherheitsgarantien an Moskau überreicht. Lawrow zufolge werden die Dokumente geprüft, bevor Präsident Wladimir Putin eine Entscheidung über die weiteren Schritte treffen werde.
Alexander Schallenberg auf einer Pressekonferenz zu Belarus in Wien am 22. November 2021 - SNA, 1920, 23.01.2022
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Nato baut weiterhin auf Prinzip der offenen Tür

Laut US-Außenminister Antony Blinken enthält die Antwort die Besorgnis der USA über Handlungen Russlands im Bereich der Sicherheit sowie Vorschläge zur Kooperation in Sphären, wo die beiden Länder Berührungspunkte haben könnten.
Die schriftliche Antwort enthalte „äußerst positive Sachen“: Die USA seien bereit, in den Bereichen voranzukommen, wo eine Zusammenarbeit mit Russland denkbar wäre, sowie Probleme der allgemeinen Sicherheit zur Sprache zu bringen. Aber das Prinzip der offenen Tür in der Nato stehe nicht zur Diskussion, betonte der State Secretary.
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