Kongo: 50 Menschen wegen Mordes an UN-Experten zum Tode verurteilt

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Auktion (Symbolbild) - SNA, 1920, 30.01.2022
Massentodesurteil im Kongo: Knapp fünf Jahre nach der Ermordung von zwei UN-Experten hat ein Militärgericht etwa 50 Menschen zu Tode verurteilt. Dies teilte Anwalt Tresor Kabango mit, der in dem Prozess gleich mehrere Angeklagte verteidigt. Für die Vollstreckung der Todesstrafe gilt in dem zentralafrikanischen Land ein Moratorium.
Das Urteil wurde am Samstag in Abwesenheit vieler Angeklagten ausgesprochen, sagte der Anwalt der Nachrichtenagentur Reuters.
Die Schwedin Zaida Catalan und der Amerikaner Michael Sharp waren im März 2017 auf der Straße von bewaffneten Männern angehalten und hingerichtet worden. Die beiden UN-Experten hatten gewaltsame Vorfälle zwischen Regierungstruppen und einer Miliz in der zentralen Kasai-Region untersucht.
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Die kongolesischen Behörden machten die Kamuina Nsapu-Miliz für die Morde verantwortlich und bestritten zunächst, dass auch Regierungsmitarbeiter beteiligt gewesen seien. Später wurden jedoch ein Oberst und mehrere andere Offizielle verhaftet, die mit den Rebellen zusammengearbeitet haben sollen.

Menschenrechtler kritisierten, dass die Ermittler die mögliche Beteiligung höherer Offizieller ignoriert hätten. Der Militärstaatsanwalt antwortete auf Anfrage der Agentur Reuters nicht.
Die Familien von Catalan und Sharp teilten mit, sie glaubten nicht, dass die eigentlichen Drahtzieher der Morde zur Rechenschaft gezogen worden seien. Da seit 2003 im Kongo ein Moratorium für die Todesstrafe gilt, werden die Verurteilten eine lebenslange Haftstrafe verbüßen müssen.
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