Bundesnetzagentur hält Zulassung von Nord Stream 2 bis Juni für kaum möglich

© SNA / Jekaterina Solowjowa / Zur BilddatenbankAnlandestation der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 in Lubmin (Archiv)
Anlandestation der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 in Lubmin (Archiv) - SNA, 1920, 30.01.2022
Eine schnelle Zulassung für die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 ist laut dem Bundesnetzagentur-Chef, Jochen Homann, trotz der Gründung einer deutschen Tochtergesellschaft nicht zu erwarten. Dies meldet die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag.
Die Eintragung ins Handelsregister sei zwar erfolgt, „es fehlen aber weitere Schritte“, sagte der BNetzA-Präsident gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montagsausgabe).
Bei einem Blick auf die noch ausstehenden Prüfungen komme man schnell zu dem Ergebnis, dass „ein Abschluss im ersten Halbjahr kaum mehr möglich sein wird“.
Am Mittwoch hatte der Betreiber der russischen Pipeline, die Nord Stream 2 AG, die Gründung des deutschen Tochterunternehmens mit dem Namen „Gas for Europe GmbH“ bekannt gegeben und somit eine Auflage der Bundesnetzagentur erfüllt. Nun werde das Unternehmen „so schnell wie möglich“ die erforderlichen Unterlagen zur Fortsetzung des Zertifizierungsprozesses einreichen, wie ein Sprecher am Mittwoch mitteilte.
Gasverdichterstation (Symbolbild) - SNA, 1920, 29.01.2022
Experten: Kein schneller Ersatz für russisches Gas in Deutschland
Die rund 1200 Kilometer lange Pipeline Nord Stream 2, die künftig bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr nach Deutschland und in weitere EU-Länder liefern soll, ist betriebsbereit.
Die Nord Stream 2 AG mit Sitz im schweizerischen Zug hatte bei der Bundesnetzagentur die Zertifizierung der Gasleitung als unabhängige Betreiberin beantragt. Jedoch stoppte die Behörde im November das Zertifizierungsverfahren für die Rohrleitung vorerst und wies darauf hin, dass der Transportnetzbetreiber ein Unternehmen nach deutschem Recht sein müsse.
CDU-Chef Friedrich Merz  - SNA, 1920, 29.01.2022
Merz: Stilllegung von Nord Stream 2 wäre ökonomisch „unsinnig“
Hintergrund des Verfahrens ist die EU-Gasrichtlinie, die eine Trennung von Betrieb der Leitung und Vertrieb des Gases vorschreibt. Einziger Anteilseigner der Nord Stream 2 AG ist formal der russische Gaskonzern Gazprom.
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