Ungarns Verteidigungsminister hält Verlegung zusätzlicher Nato-Kräfte im Land für unzweckmäßig

CC0 / U.S. Army / Visual Information Specialist Gertrud Zach / Bundeswehr-Soldat beim Nato-Einsatz „Enhanced Forward Presence“ (Archiv)
Bundeswehr-Soldat beim Nato-Einsatz „Enhanced Forward Presence“ (Archiv) - SNA, 1920, 29.01.2022
Laut Verteidigungsminister Tibor Benko verfügt Ungarn über eine ausreichende Anzahl nationaler Streitkräfte, sodass er eine Platzierung zusätzlicher Nato-Einheiten im Land als unangemessen erachtet.
Auf die Frage, ob die Vereinigten Staaten wirklich über die Platzierung von Nato-Kampfeinheiten mit Ungarn verhandeln, antwortete Benko, dass sowohl die USA als auch die Nato mit allen Ländern an der östlichen Grenze der Allianz und/oder an die Ukraine oder an Russland grenzenden Ländern verhandeln würden.
„Gleichzeitig besteht unsere Position darin, dass Ungarn in Übereinstimmung mit der primären Regelung des ‚Programms für die Entwicklung der Verteidigung und der Streitkräfte‘ bereits die nationalen Kräfte aufgestellt und ein solches nationales Potenzial gebildet hat. Daher ist es in der gegenwärtigen Situation nicht nötig, sich auf ausländische Streitkräfte und Abteilungen zu verlassen. Wir bewegen uns auf diesem Weg weiter. Wir halten dies daher in der gegenwärtigen Situation nicht für angemessen und benötigen hier keine zusätzlichen Nato-Kräfte“, schilderte Benko in einer Sendung des ungarischen Radiosenders Inforadio.
Am Samstag hatte US-Präsident Joe Biden die Entsendung zusätzlicher amerikanischer Truppen in osteuropäische Nato-Staaten angekündigt. Wie das Weiße Haus am Freitag mitteilte, gehe es um eine beschränkte Zahl von Soldaten. Konkrete Länder wurden nicht erwähnt.
Am Donnerstag hatte der US-Sender Sky News berichtet, dass die Nato-Mitgliedstaaten die Möglichkeit erwägen würden, neue Kampfeinheiten mit 1000 Mann in Rumänien, Bulgarien, Ungarn und der Slowakei zu schaffen. Die neuen Divisionen sollen jenen ähneln, die bereits in den baltischen Ländern und in Polen im Einsatz seien.
US-amerikanische Botschaft in Kiew, Ukraine - SNA, 1920, 29.01.2022
Ukraine-Situation: Neue US-Sanktionen zielen auf Schwächung russischen Industriepotenzials ab
Westliche Staaten werfen Russland seit Wochen vor, Streitkräfte an der ukrainischen Grenze zusammengezogen zu haben, was sie als Anzeichen für eine bevorstehende Intervention deuten. Moskau bestreitet die angeblichen Einmarschpläne und sieht sich durch das Heranrücken der Nato an seine Grenzen bedroht.
Deshalb forderte Moskau von den USA und der Allianz verbindliche Sicherheitsgarantien. Unter anderem geht es darum, dass die Nato weder die Ukraine noch andere postsowjetische Staaten in das Militärbündnis eingliedern soll.
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