Deutsche Bahn erwartet trotz Omikron deutlich mehr Fahrgäste

© AP Photo / Michael SohnHauptquartier der Deutschen Bahn
Hauptquartier der Deutschen Bahn - SNA, 1920, 29.01.2022
Die Deutsche Bahn erholt sich mit Blick auf die Passagierzahlen allmählich von der Pandemie. Trotz der Omikron-Welle erwartet der Bundeskonzern keine großen Fahrplaneinschränkungen. Nach herben Verlusten im laufenden Geschäft soll es in diesem Jahr auch finanziell besser laufen.
„Für dieses Jahr rechnen wir im Fernverkehr damit, wieder die Marke von 100 Millionen Fahrgästen deutlich zu übertreffen“, sagte Vorstandschef Richard Lutz der Deutschen Presse-Agentur. Im vergangenen Jahr waren es 81,3 Millionen gewesen, rund 400.000 mehr als 2020.
„Wir haben in den letzten Tagen unser Angebot minimal reduziert und teilweise die Zugbesetzung ein bisschen ausgedünnt“, sagte Lutz. Derzeit laufe der Betrieb insgesamt aber ruhig und weitestgehend reibungslos.
„Wenn die Infektionszahlen weiter so rasant steigen, werden wir uns das natürlich noch einmal anschauen“, fügte Lutz hinzu. „Wir wollen so viel wie irgend möglich fahren. Im Moment sieht es jedenfalls ganz gut aus und ich rechne nicht mit drastischen Einschränkungen unseres Fahrplans, so wie wir es zu Beginn der Pandemie ja schon erleben mussten.“
Ein Zug der Deutschen Bahn - SNA, 1920, 02.12.2021
DB: Meiste Fahrgäste beachten 3G-Regel in Zügen – Bislang nur 200 Verstöße
„Die Menschen wollen Bahnfahren“, sagte Lutz. Um größere Ausfälle zu vermeiden, habe die Bahn Vorkehrungen bei besonders sensiblen Berufsgruppen getroffen, erklärte Lutz. „In Stellwerken beispielsweise fahren wir Zwei- statt Drei-Schichtbetrieb, das heißt eine Schicht bleibt frei und kann notfalls einspringen.“
Die Pandemie hatte die Fahrgastzahl in den ICE und Intercitys nahezu halbiert: Im ersten Corona-Jahr 2019 waren es noch rund 151 Millionen Passagiere gewesen. Die hoch verschuldete Bahn rutschte tief in die roten Zahlen und wird mit staatlichen Milliarden gestützt. 2021 dürfte der Verlust nach Informationen aus Aufsichtsratskreisen bei knapp 1,9 Milliarden Euro vor Zinsen und Steuern (Ebit) gelegen haben.
Für das neue Jahr ist Lutz optimistischer. „Wir gehen davon aus, dass wir im Geschäftsjahr 2022 knapp über einer schwarzen Null liegen werden, also nach zwei tiefroten Jahren wieder ein positives operatives Ergebnis (Ebit) erwirtschaften können.“
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала