Stoltenberg: Russland kann Ukraine auf verschiedene Weise angreifen

© SNA / Wladimir TrefilowDie Flaggen der Nato, Russlands und der Ukraine
Die Flaggen der Nato, Russlands und der Ukraine - SNA, 1920, 28.01.2022
Die Nato stellt sich nach Angaben von Generalsekretär Jens Stoltenberg auf verschiedene Varianten einer „russischen Aggression“ gegen die Ukraine ein.
„Wir müssen auf eine große Bandbreite verschiedener Aggressionsformen vorbereitet sein“, sagte Stoltenberg in einer Online-Konferenz eines US-Veranstalters am Freitag. Es könnte sich dabei sowohl um eine mögliche „umfassende Invasion“ als auch um einen „Cyberangriff“, einen „versuchten Staatsstreich“ und „Sabotage“ handeln, so Stoltenberg.
Wie der Nato-Generalsekretär schilderte, habe Russland allein Tausende Soldaten sowie Flugzeuge und Waffensysteme nach Belarus entsandt.
„Die Aufrüstung geht also weiter.“
Es gebe allerdings keine Gewissheit darüber, ob der russische Präsident, Wladimir Putin, tatsächlich eine Invasion der Ukraine plane.
„Vonseiten der Nato sind wir bereit zum politischen Dialog“, zeigte sich Stoltenberg offen. „Aber wir sind auch bereit zu einer Antwort, wenn Russland eine Konfrontation in Form eines bewaffneten Konflikts wählt.“ Eine Invasion der Ukraine hätte „schwerwiegende Konsequenzen“ für Russland. Die Nato-Verbündeten seien bereit, harte wirtschaftliche und politische Sanktionen im Fall einer militärischen Eskalation zu verhängen.

Nato plant keine Entsendung von Truppen in die Ukraine

Stoltenberg bekräftigte, dass die Nato keine Entsendung von Kampftruppen in die Ukraine plane. Allerdings sagte der Generalsekretär, dass es innerhalb der Allianz „einige Differenzen“ darüber gebe, „welche Art von Unterstützung wir der Ukraine gewähren sollten“, da „einige Verbündete“ nicht bereit seien, militärische Ausrüstung zu liefern.
Die Beziehungen zwischen den westlichen Ländern und Russland bleiben hinsichtlich der Ukraine angespannt. Der Westen äußert die Befürchtung eines Angriffs seitens Russlands auf das Nachbarland und droht Moskau seitdem mit schwerwiegenden Konsequenzen.
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Russland wies die Vorwürfe des Westens und der Ukraine wiederholt zurück und betonte, dass sie dazu benutzt würden, um Truppen und Waffen aus Nato-Ländern in der Nähe russischer Grenzen zu stationieren. Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, erklärte mehrmals, dass Russland seine Truppen auf dem eigenen Territorium nach Belieben verlegen dürfe.
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