„Diese Armee ist ernst zu nehmen“: Selenski setzt ukrainische Streitkräfte mit Nato-Armee gleich

© AP Photo / Pavlo PalamarchukUkrainische Soldaten in Tarnuniform. Übungsgelände Jaworowo bei Lwow, 28. Januar 2022
Ukrainische Soldaten in Tarnuniform. Übungsgelände Jaworowo bei Lwow, 28. Januar 2022 - SNA, 1920, 28.01.2022
Der Präsident der Ukraine, Wladimir Selenski, hat am Freitag in Kiew vor internationaler Presse die Streitkräfte seines Landes mit der Nato-Armee gleichgesetzt.
„Wir haben eine starke Armee, die nicht schwächer ist, als die der Nato, weil sie praktische Erfahrungen hat“, äußerte Selenski.
„Wir haben uneingeschränktes Vertrauen in unsere Armee. Das sind keine Neulinge, keine Jungs. Diese Armee ist ernst zu nehmen. Bei einem Vergleich mit der Nato kann man sagen, dass wir ganz bestimmt nicht schwächer sind. (…) Denn unsere Armee hat – leider – praktische Erfahrungen gesammelt. Sie (Soldaten) haben gekämpft, ihre Kameraden beigesetzt und ihr Land verteidigt. Sie haben geschossen und auch getötet.“
Sollte es zu einem Krieg gegen Russland kommen, würde das Volk mit seiner Armee mitkämpfen. Aber im Moment habe das Volk für sein Land, für dessen Wirtschaft und für „unsere todesmutige Armee“ zu arbeiten. Ein groß angelegter Krieg gegen Russland würde auch andere Länder tangieren. Es würde ein hybrider Krieg, ein Informationskrieg, ein Cyberkrieg sein, fuhr Selenski fort.

Westen befürchtet Einmarsch Russlands in der Ukraine

Der Westen zeigte sich über den Aufmarsch russischer Truppen an der ukrainischen Grenze besorgt. Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, hatte erklärt, dass Russland seine Truppen auf eigenem Territorium nach Belieben verlegen dürfe. Es gebe keinen Grund zur Besorgnis, meinte er.
„Russland bedroht niemanden und will auch niemanden angreifen. Erklärungen über eine ‚Aggression‘ Russlands werden als Vorwand genommen, um mehr Kampftechnik der Nato unweit der russischen Grenzen zu stationieren.“ Derartige Erklärungen seien lächerlich, zugleich aber auch äußerst gefährlich, hieß es aus Moskau.
Ukrainischer Soldat - SNA, 1920, 22.01.2022
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Kiew zieht Truppen samt schwerer Technik an der Grenze zusammen

Indes hat die Ukraine Schätzungen zufolge rund 100.000 Soldaten samt schwerer Kampftechnik wie Panzer und Haubitzen an der Trennlinie im Donbass konzentriert. Die nicht anerkannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk schließen eine Offensive der Kiewer Armee nicht aus. Laut Präsident Wladimir Putin wird Russland in diesem Fall eingreifen müssen. Das militärische Vorgehen Kiews gegen den Donbass werde die ukrainische Staatlichkeit selbst in Frage stellen, hatte der russische Präsident zuvor gewarnt.
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