Lawrow bekräftigt Moskaus Interesse an Frieden – warnt jedoch vor Ignorierung russischer Interessen

© SNA / Natalia SeliverstovaRussisches Außenministerium
Russisches Außenministerium - SNA, 1920, 28.01.2022
Bei den aktuellen Sicherheitsgesprächen mit dem Westen geht es Russland laut Außenminister Sergej Lawrow unter anderem darum, zu erreichen, dass auf seine Interessen geachtet wird. Einen Krieg strebe Moskau nicht an, versicherte Lawrow in einem Interview.
„Wir wollen keinen Krieg, lassen aber unsere Interessen nicht ignorieren, nicht mit Füßen treten“, sagte der Minister im Gespräch mit Radio Sputnik und anderen Sendern. Auf die Frage, ob es zu einem Krieg kommen würde, antwortete Lawrow:
„Wenn es von der Russischen Föderation abhängt, wird es keinen Krieg geben.“
Die Sicherheitsforderungen, die Russland Ende Dezember an die USA und die Nato erhoben hat, seien kein Ultimatum, sagte Lawrow weiter. Moskau wolle jedoch nicht dulden, dass die westlichen Staaten sich ihren im Rahmen der OSZE übernommenen Sicherheitsverpflichtungen entzögen.
Es gehe vor allem um die Verpflichtung, die Sicherheit eines Staates nicht auf Kosten anderer zu gewährleisten, stellte Lawrow klar. „Wenn die Amerikaner sagen, man hat das heilige Recht, sich ihre Bündnisse frei auszuwählen, antworten wir: Das gilt nur unter der Bedingung, dass dadurch die Sicherheit keines anderen Staates zu Schaden kommt“.
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Zu den von den USA angedrohten neuen Sanktionen gegen Russland sagte Lawrow: Wenn diese Strafmaßnahmen wirklich verhängt würden, „wäre das einem Abbruch der Beziehungen gleich“. Er erinnerte daran, dass unter anderem ein Ausschluss Russlands von westlichen Finanzsystemen erwogen werde.
Westliche Staaten werfen Russland seit Wochen vor, Streitkräfte an der ukrainischen Grenze zusammengezogen zu haben, was sie als ein Anzeichen für eine bevorstehende Intervention deuten. Moskau bestreitet die angeblichen Einmarschpläne und sieht sich durch das Heranrücken der Nato an seine Grenzen bedroht.
Deshalb forderte Moskau von den USA und der Allianz verbindliche Sicherheitsgarantien. Unter anderem geht es darum, dass die Nato weder die Ukraine noch andere postsowjetische Staaten in das Militätbündnis eingliedern soll. Außerdem sind gegenseitige Sicherheitsgarantien wie die Nichtstationierung von Kurz- und Mittelstreckenraketen in Reichweite zueinander vorgesehen. In dieser Woche haben die USA und die Nato Russland ihre schriftlichen Antworten übergeben. Anders als die russischen Forderungen wurden die Antworten des Westens nicht veröffentlicht.
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