Dutzende Tanker mit Erdgas auf dem Weg von den USA nach Europa – WSJ

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Tankschiff (Symbolbild) - SNA, 1920, 28.01.2022
Die USA haben mehr als 20 Tanker mit Gas an Bord nach Europa geschickt – als Alternative zu russischem Treibstoff. Darüber berichtet „The Wall Street Journal“.
Dem Blatt zufolge suchen Beamte in Washington und Brüssel nun nach einem kurzfristigen Ersatz für Moskaus Exporte. „Mehr als 20 Tanker sind auf dem Weg von den USA nach Europa“, hieß es.
Nach Angaben des Analyseunternehmens Vortexa könnten 33 weitere Schiffe denselben Kurs aufnehmen, so das Blatt. Laut dem Firmenchef Clay Siegel „decken sie nur einen Teil“ der russischen Lieferungen ab.
Die Zeitung weist unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen darauf hin, dass die Regierungsbeamten von US-Präsident Joe Biden in den letzten Tagen Videoanrufe mit Beamten auf der ganzen Welt geführt hätten, um Gaskäufer in Südkorea, Japan und anderen Ländern zu überzeugen, dass die USA die bereits bezahlten Lieferungen nach Europa umleiten dürfen. Auch wird berichtet, dass Brüsseler Beamte planen, mit Katar und Aserbaidschan darüber zu verhandeln.
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Früheren Medienberichten zufolge haben die Vereinigten Staaten zudem Gespräche mit großen Gaslieferanten in Nordafrika, dem Nahen Osten, Asien sowie im Inland über ihre Bereitschaft geführt, die Gasproduktion für Europa „vorübergehend zu erhöhen“.
Ein hochrangiger Beamter der US-Regierung äußerte gegenüber Journalisten, dass solche Maßnahmen notwendig seien, falls der russische Transit über die Ukraine unterbrochen werden sollte. Denn Washington halte eine Unterbrechung der Exporte über andere Routen für ein weniger wahrscheinliches Szenario. Er drückte seine Zuversicht aus, dass die USA in der Lage sein werden, Europas Bedarf für die restlichen Wintermonate und den Frühling aus alternativen Quellen zu decken.
Der Kreml hat immer wieder betont, dass Russland seine vertraglichen Verpflichtungen für Gaslieferungen nach Europa stets einwandfrei erfüllt und nie einen Anlass dazu gegeben habe, an seiner Zuverlässigkeit zu zweifeln.
In den letzten Monaten haben die Spannungen zwischen Russland und dem Westen weiter zugenommen. Washington und Brüssel werfen Moskau vor, eine „Invasion“ in der Ukraine vorzubereiten und verstärken vor diesem Hintergrund ihre Präsenz in Osteuropa.
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Moskau weist alle Vorwürfe zurück und erinnert daran, dass Kiew die Vereinbarungen von Minsk nicht einhalte: Die ukrainischen Behörden hätten die Hälfte ihrer Armeeangehörigen – etwa 125.000 Mann – an die Kontaktlinie im Donbass gebracht und schössen mit verbotenen Waffen auf die Milizen der selbsterklärten Volksrepubliken Donezk und Lugansk.
Der Kreml und das russische Außenministerium haben darauf hingewiesen, dass das Ziel der „Aggression“ darin bestehe, eine militärische Konzentration an den russischen Grenzen aufzubauen. Der Hauptgrund für die Eskalation sind nach Moskaus Sicht verstärkte Waffenlieferungen der USA und der Nato an die Ukraine, wo auch die Zahl westlicher Ausbilder zugenommen hat.
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