Corona-Zahlen auf Rekordhoch – Psychologin sieht Gewöhnungseffekt

© REUTERS / GONZALO FUENTESCorona-Maßnahmen (Symbolbild)
Corona-Maßnahmen (Symbolbild) - SNA, 1920, 28.01.2022
Während die Corona-Zahlen in Deutschland immer weiter in die Höhe schießen, registriert Psychologin Donya Gilan vom Leibniz-Institut für Resilienzforschung in Mainz bei vielen Menschen einen Gewöhnungseffekt. Dadurch würden einerseits bestimmte Corona-Regeln nicht mehr streng befolgt, andererseits aber ließen auch die Sorgen nach.
„Es stellt sich so was wie eine Gewöhnung, Habituation, ein, so dass das dazu führen kann, dass bestimmte Maßnahmen vielleicht nicht mehr so streng befolgt werden“, sagte Gilan der Deutschen Presse-Agentur:
„Auf der anderen Seite hat es aber natürlich auch einen deeskalierenden Effekt, was Angst und Sorge betrifft.“
Trotz des hohen Risikos setze nach der langen Zeit in der Pandemie ein Gewöhnungseffekt ein, wie er etwa auch bei Opfern anderer kritischer Lebensereignisse oder Katastrophen zu beobachten sei.
Krankenhaus (Symbolbild) - SNA, 1920, 27.01.2022
Krankenhäuser erwarten viele neue Corona-Patienten
Sie empfahl daher, sich möglichst nicht so stark auf den empfundenen Stillstand zu konzentrieren. „Man muss sich bewusst machen, dass die Krise oder die Pandemie jetzt natürlich noch eine Weile andauern wird, aber dass natürlich die Situation sich im Vergleich zu letztem Jahr schon stark verändert hat, so dass man quasi auch so was wie eine Hoffnung, was das nächste Jahr betrifft, für sich entwickelt.“

Das Virus entwickelt sich weiter

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz war am Donnerstag zum ersten Mal in der Pandemie über die Schwelle von 1000 gestiegen. Auch bei der Zahl der gemeldeten Neuinfektionen innerhalb eines Tages wurde mit mehr als 200.000 ein Rekord erreicht.
Vor diesem Hintergrund mahnt Virologie Ralf Bartenschlager, dass neue Varianten des Coronavirus entstehen könnten. Über deren Eigenschaften lasse sich aber nur spekulieren, sagte der Präsident der Gesellschaft für Virologie der Deutschen Presse-Agentur. Die Erfahrung zeige aber, dass mit der Anpassung eines Virus an seinen Wirt die Pathogenität, also die Fähigkeit, Krankheiten auszulösen, in der Regel abnehme.
„Das bedeutet nicht, dass dieses angepasste Virus gar keine Erkrankung mehr macht, aber es ist in der Regel weniger krankmachend“, betonte Bartenschlager. Er ist überzeugt: Das Virus werde sicherlich endemisch und uns damit „erhalten bleiben“.
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