EU nimmt Chinas Handelspraktiken gegen Litauen ins Visier

Flagge von Litauen - SNA, 1920, 27.01.2022
Die Europäische Union (EU) hat im Handelskonflikt zwischen Litauen und China ein Verfahren gegen das asiatische Land bei der Welthandelsorganisation WTO eingeleitet.
Es gehe um Chinas „diskriminierende Handelspraktiken gegen Litauen, die sich auch auf andere Exporte aus dem EU-Binnenmarkt auswirken“, teilte die für die EU-Handelspolitik zuständige Behörde am Donnerstag in Brüssel mit. Da der Streit nicht gelöst werden konnte, wurde ein Streitbeilegungsverfahren gegen China ausgelöst.
Zwischen China und Litauen war es in den vergangenen Monaten zu Spannungen gekommen. Peking hatte seine diplomatischen Beziehungen zu dem baltischen Staat herabgestuft, nachdem Taiwan in Vilnius eine Repräsentanz unter eigenem Namen eröffnet hatte. China sieht Taiwan, das sich 1949 vom Festland abspaltete, als abtrünnige Provinz und nicht als unabhängigen Staat an und versucht, es international zu isolieren.
Eine deutsche Nationalflagge weht vor dem Reichstagsgebäude, dem Sitz des Deutschen Bundestages, in Berlin am 3. Januar 2022. - SNA, 1920, 22.01.2022
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Litauische Waren werden nicht mehr abgefertigt

Litauische Wirtschaftsverbände beklagten, dass die Einfuhr von Waren aus Litauen durch China blockiert werde und das Land nicht mehr im chinesischen Zollsystem gelistet sei. Die EU-Kommission erhob am Donnerstag ähnliche Vorwürfe. In den vergangenen Wochen wurden Beweise für verschiedene Arten chinesischer Beschränkungen gesammelt. So weigerte sich China, litauische Waren beim Zoll abzufertigen und lehnte Import-Anträge aus Litauen ab. Zudem würden Unternehmen in anderen EU-Staaten dazu gedrängt, litauische Vorprodukte aus ihren Lieferketten zu entfernen, wenn sie nach China exportieren.
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