Der universelle Booster: Führende Virologen loben Effizienz von „Sputnik V“ – auch gegen Omikron

© SNA / Vladimir ZhivojinovitschSputnik V
Sputnik V - SNA, 1920, 27.01.2022
Führende Experten für Infektionskrankheiten und Impfstoffe aus Argentinien, Frankreich und den USA haben den russischen Corona-Impfstoff „Sputnik V“ gelobt. Jüngste Ergebnisse einer italienischen Studie zeigten eine hohe Wirksamkeit von „Sputnik V“ gegen Omikron in Vergleich zu anderen Impfstoffen.
„Beweiskräftig und ermutigend“ – solche Worte verwendete der preisgekrönte Spezialist für Infektionskrankheiten, Hugo Pizzi, von der argentinischen Universität Córdoba, als er die Ergebnisse der jüngsten im Rom durchgeführten italienisch-russischen Studie kommentierte.
Forscher an dem Lazzaro-Spallanzani-Institut sowie ihre Kollegen vom Gamaleja-Forschungszentrum verglichen den russischen Impfstoff mit seinem als Comirnaty bekannten Pendant von Pfizer/Biontech und eruierten, dass „Sputnik V” im Vergleich zu Comirnaty 2,1-mal mehr neutralisierende Antikörper gegen Omikron überhaupt und 2,6-mal mehr Antikörper drei Monate nach der Impfung hatte. In einem vom Russischen Direktinvestitionsfonds RDIF veröffentlichten Kommentar lobt Professor Pizzi „Sputnik V” als „einen ausgezeichneten Impfstoff mit vielen Eigenschaften“ und betont, dass die Erkenntnisse seiner Universität mit den neuesten Daten übereinstimmen:

„An der Universität von Córdoba haben wir die hohe Wirksamkeit des Impfstoffs in mehreren veröffentlichten Studien zu anderen Varianten wie Manaos und Delta bestätigt, daher überrascht es mich nicht, dass die Wirksamkeit gegen Omikron so hoch ist wie die Studie zeigt.“

Höherer Schutz

Laut einer führenden US-Impfstoffexpertin, Professorin Hildegund Ertl, dauert „die Expression des Antigens durch den Adenovirus-Vektor viel länger als durch die mRNA, was die Stimulation dauerhafter Antikörper-produzierender Zellen fördert“.
Der Impfstoff sputnik V  - SNA, 1920, 20.01.2022
Studie: „Sputnik V“ effizienter gegen Omikron als Impfstoff von Pfizer/Biontech
Die in Philadelphia ansässige Expertin, die sich mit der Kombinierung von Viren befasst, lobt wie Hugo Pizzi die Ergebnisse der Spallanzani-Studie als „äußerst vielversprechend“ und unterstreicht gleichzeitig die Dauerhaftigkeit des Schutzes, den der russische Impfstoff bietet.
„Die Antikörpertiter gegen das ursprüngliche ‚Wildtyp‘-Virus blieben für einen Zeitraum von sechs Monaten nach einer Impfung mit ‚Sputnik V‘ stabil, gingen aber nach einer mRNA-Impfung um etwa das Zehnfache zurück. Dies spiegelt wahrscheinlich die Unterschiede in der Biologie der beiden Impfstoffprototypen wider“, sagte Ertl.
Nach eigenen Daten von Pfizer, die der Pharmariese letztes Jahr der Arzneimittelbehörde FDA vorgelegt hat, sinkt die Schutzwirkung seines Impfstoffs innerhalb von sechs Monaten nach einer vollständigen Impfung auf 43 Prozent.

Der Universal-Booster

Auch der französische Immunologe und Forscher Cecil Czerkinsky hat die Forschungsergebnisse vom Spallanzani-Institut begrüßt. Diese zeigen laut ihm überzeugend, „dass der auf einem adenoviralen Vektor basierende Sputnik in der Lage ist, neutralisierende Antikörperreaktionen nicht nur gegen Delta, sondern auch gegen Omikron zu verstärken, wenn es als eigenständiger homologer Impfstoff-Booster sowie als Auffrischung nach einer mRNA-Impfung verwendet wird“.
Laut dem Forscher ist eine „Auffrischimpfung mit Mix & Match-Impfstoffen, einschließlich ‚Sputnik Light‘, wirksam gegen Mutationen“, für die der Omikron-Stamm berüchtigt ist. Dazu gehören mehr als 30 Mutationen, die im S-Glykoprotein nachgewiesen wurden, sowie mehrere Mutationen in der Rezeptorbindungsdomäne (RBD) und der N-terminalen Domäne des S-Glykoproteins, die mit der Resistenz gegen neutralisierende Antikörper assoziiert sind.
Der Corona-Impfstoff „Sputnik V”, der bereits im August 2020 als weltweit erster registriert worden war, ist derzeit in 71 Ländern mit einer Bevölkerung von knapp vier Milliarden Menschen zugelassen. „Sputnik Light” ist in 30 Ländern zugelassen worden.
Impfung gegen Covid-19 - SNA, 1920, 22.12.2021
Zahl der Antikörper sinkt nach Booster-Impfung – Israelischer Forscher
Die Impfstoffe wurden vom russischen Gamaleja-Forschungszentrum entwickelt und vom Russischen Direktinvestitionsfonds (RDIF) mitfinanziert, der auch für ihre weltweite Vermarktung zuständig ist.
Die beiden Impfstoffe basieren auf einer adenoviralen Vektorplattform. Diese Technologie ist im Gegensatz zu mRNA-Impfungen bisher nicht mit seltenen schwerwiegenden Nebenwirkungen wie Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung in Verbindung gebracht worden. Ein weiterer Vorteil der beiden russischen Impfstoffe ist, dass sie bei Temperaturen von +2 bis +8 Grad Celsius aufbewahrt und transportiert werden können und benötigen daher keine spezielle Kühlketteninfrastruktur wie bei mRNA-Impfstoffen.
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