Dänemark und England lassen trotz Omikron die Masken fallen

CC0 / ProPhotos / Pixabay / Masken (Symbolbild)
Masken (Symbolbild) - SNA, 1920, 27.01.2022
England und Dänemark gehören zu den ersten Ländern in Europa, in denen Omikron zur vorherrschenden Variante in der Pandemie wurde. Noch immer gibt es dort täglich Zehntausende neue Fälle. Doch beide Länder verabschieden sich von so gut wie allen Corona-Maßnahmen.
Trotz Zehntausender positiven Testergebnissen pro Tag wollen Dänemark und England künftig fast ohne Corona-Maßnahmen auskommen. In England sind am Donnerstag erneut die Masken gefallen, in Dänemark soll es in der kommenden Woche soweit sein. Beide Regierungen verlassen sich darauf, dass Omikron die meisten Infizierten von schweren Verläufen verschont.

„Auf Wiedersehen“ zu Einschränkungen

Ab dem 1. Februar müssen die Dänen an den meisten Orten keine Masken mehr tragen oder Impfnachweise zeigen, sagte die Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Mittwochabend in Kopenhagen. Damit folgt ihre Regierung den Weisungen der zuständigen Kommission, die empfohlen hatte, die Notfallmaßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie und damit die meisten Beschränkungen auslaufen zu lassen.
Frederiksen bezeichnete den Schritt als Meilenstein. „Wir sagen ‚Auf Wiedersehen‘ zu Einschränkungen und ‚Hallo‘ zu dem Leben, das wir vor Corona kannten.“ Die hohe Impfbereitschaft habe sich als „Superwaffe“ herausgestellt, so die Regierungschefin weiter. Omikron rufe seltener schwere Krankheitsverläufe hervor und die Zahl der Krankenhauseinweisungen sei verhältnismäßig gering. In Dänemark sind mehr als 80 Prozent der Gesamtbevölkerung zweifach geimpft. Die Hälfte der Dänen hat bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten.
Sicherheitsgurt (Symbolbild) - SNA, 1920, 27.01.2022
Im ARD-Talk: Impfpflicht wie Gurtpflicht? Panzer für Kiew?

Weiter Rücksicht nehmen

Die Ministerpräsidentin mahnte die Menschen aber auch dazu, Rücksicht zu nehmen auf Risikogruppen wie Ältere, gesundheitlich Geschwächte und Menschen mit chronischen Erkrankungen. „Jeder muss sich auch in einem offenen Dänemark sicher fühlen“, sagte die sozialdemokratische Politikerin. Bleiben sollen vorerst eine Testpflicht für einige Einreisende sowie nicht verpflichtende Empfehlungen zu Tests und anderen Vorsichtsmaßnahmen.
Ab nächstem Monat sollen nun Diskotheken wieder normal öffnen und Großveranstaltungen ungehindert über die Bühne gehen können – obwohl Dänemark derzeit Tag für Tag Rekordwerte an Neuinfektionen zählt. Am Mittwoch wurden 46.747 neue Corona-Fälle gemeldet. Nach Einschätzung der Regierung werden die Zahlen im Februar weiter steigen, bevor sie wieder fallen.
Experten zeigten sich teilweise skeptisch. Der Mathematiker und Epidemiologe Viggo Andreasen von der Universität Roskilde unterstützt die Lockerungen im Prinzip, hätte sich aber für eine leichte Verzögerung ausgesprochen. Er fürchtet, dass es Probleme für Krankenhäuser, Pflegeheime oder Schulen geben könnte, wenn bei noch höheren Infektionszahlen viele Menschen gleichzeitig krank sind.

Freedom Day 2.0

Im größten britischen Landesteil, wo durch die Omikron-Welle hindurch relativ große Freiheiten galten, fallen nun auch die bislang geltenden Maßnahmen: Ab Donnerstag gilt in England in den meisten Innenräumen keine Maskenpflicht mehr und auch die ohnehin nur bei Großveranstaltungen und in Clubs eingesetzten Impf- oder Testnachweise müssen nicht mehr kontrolliert werden. Die Empfehlung, von zu Hause aus zu arbeiten, ist ebenfalls Geschichte. Es ist der Freedom Day 2.0 – allerdings ohne großen Knall wie im letzten Jahr, da das Land sich völlig im Sog der Partygate-Affäre um Premier Boris Johnson befindet.
Johnsons stark unter Druck stehende Regierung hat die wegen der Omikron-Variante eingeführten, sogenannten Plan-B-Maßnahmen auslaufen lassen, nachdem die Zahl der Corona-Neuinfektionen seit Anfang Januar rapide gefallen war. Er hatte die Beschränkungen im Dezember nur mit Unterstützung der Opposition gegen den Widerstand in seiner eigenen Partei durchs Parlament gebracht.
Kriege in der russischen Teilrepublik Tschetschenien, 1996 - SNA, 1920, 24.01.2022
Britischer Premier erklärt Ukraine zum „neuen Tschetschenien“ für Russland
In der britischen Hauptstadt London gilt weiterhin in Bahnen und Bussen eine Maskenpflicht. Auch einige Supermärkte rufen ihre Kunden weiterhin dazu auf, eine Maske zu tragen. Ansonsten wird es wieder zur Privatsache, wer sich wo und wie vor dem Virus schützen will.
In den vergangenen Tagen haben sich die positiven Testergebnisse im Vereinigten Königreich auf hohem Niveau eingependelt – täglich werden zwischen 80.000 und 100.000 Fälle gemeldet, die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei rund 945 (Stand: 21. Januar). Schottland, Wales und Nordirland entscheiden eigenständig über ihre Corona-Politik und wählen einen etwas vorsichtigeren Weg.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала