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Gefährlich und unsinnig – Wiener Publizist Hofbauer zum Impfpflichtgesetz in Österreich

© REUTERS / LUKAS BARTHTotaler Corona-Lockdown in Österreich. Salzburg, 22. November 2021
Totaler Corona-Lockdown in Österreich. Salzburg, 22. November 2021 - SNA, 1920, 26.01.2022
Die Einführung einer Impfpflicht in Österreich ist laut Hannes Hofbauer, Wiener Publizist und Verleger, Mitherausgeber des Sammelbandes „Herrschaft der Angst. Von der Bedrohung zum Ausnahmezustand“, ein gefährlicher Präzedenzfall und auch ein vollkommener Unsinn.
Gefährlich sei sie in grundrechtlicher Hinsicht, sagte er im SNA-Interview, „weil damit die gesamte Bevölkerung gezwungen wird, sich einen nur notzugelassenen Stoff spritzen zu lassen, von dem keine Langzeitstudien vorliegen und der zudem auf weitgehend unerprobter Gentechnik beruht. In Österreich sind nur diese US-amerikanischen Impfstoffe zugelassen, russische und chinesische erfüllen nicht die „Impfpflicht“. Das allein müsste schon aufhorchen lassen, weil der durchaus begründete Verdacht besteht, dass es letztlich um die Durchsetzung eines Riesengeschäftes geht.“
Der Hauptprofiteur der Impfpflicht sei der Konzern Pfizer, so Hofbauer, „der 80% des EU-Marktes beherrscht. Unsinnig ist die Impfpflicht zu diesem Zeitpunkt, an dem sie für die Omikron-Welle zu spät kommt und jeder halbwegs medizinisch gebildete Mensch weiß, dass es kontraproduktiv ist, in eine Grippe- oder Corona-Welle hineinzuimpfen. Das müsste im Vorfeld, also im Herbst stattfinden. Die österreichische Regierung ist diesbezüglich beratungsresistent. Und die deutsche mit ihrem alarmistischen Gesundheitsminister Karl Lauterbach scheint es ihr nachmachen zu wollen.“
Österreichische Polizeibeamte patrouillieren während einer Kontrolle in einem Einkaufszentrum in Vösendorf, Bezirk Mödling, Österreich, am 16. November 2021. - SNA, 1920, 26.01.2022
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Die Worte von FPÖ-Klubchef Herbert Kickl, das Gesetz sei ein „Attentat auf die Bevölkerung“ und die „Einführung des Gesundheitskommunismus“, kommentierte Hannes Hofbauer wie folgt: „Die FPÖ ist der Rechtsaußen der österreichischen Politik. Wenn etwas für sie schlecht ist, erhält es leicht die Punze kommunistisch. In diesem Fall – wie in anderen auch – passt das freilich überhaupt nicht.“
„Es gab übrigens in allen Parlamentsparteien ablehnende Stimmen zum Impfpflicht-Gesetz“, erinnert der Sozialhistoriker. „Manche Abgeordnete blieben aus Protest der Sitzung fern, sogar welche bei den Regierungsparteien. In der oppositionellen SPÖ stimmte der gewichtige Chef der Bau- und Holzarbeitergewerkschaft, Josef Muchitsch, gegen das Gesetz. Bei der liberalen Gruppe ,Neos‘ waren es gleich vier Abgeordnete, die der Impfpflicht eine Absage erteilten. Das zeigt, dass es trotz enormen Drucks in den einzelnen Fraktionen Widerstand gegen die Impfpflicht gibt.“
Dagegen hielt die SPÖ-Obfrau Pamela Rendi-Wagner die verpflichtende Schutzimpfung gegen Corona für einen „Notausgang“ aus den ständigen Beschränkungen der Freiheitsrechte, wie sie sagte, weil die Regierung nicht genügend Menschen zur Impfung mobilisieren konnte. Für die Impfpflicht sprachen sich auch die Grünen aus: „Die Impfung ist ein Siegeszug der Wissenschaft gegen die Leugnung von Fakten und Empirie“ (Grünen-Klubchefin Sigrid Maurer). Man müsse den Ausweg aus der Pandemie beschreiten. „Freiheitsversprechen unter einer Zwangsmaßnahme“, spricht Hofauer Klartext.
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So stelle er sich keine Gesellschaft vor, in der er leben will. „Man hört seit zwei Jahren Versprechungen von der Regierung und der SPÖ, dass es keine Lockdowns mehr geben werde, dass man bald wieder ohne Quarantäne-Drohungen EU-Grenzen überschreiten könne, dass der Kulturbetrieb wieder funktioniere. Alles leere Versprechen. Zurzeit darf ich in Österreich nicht einmal Schuhe oder eine Glühbirne einkaufen, wenn ich nicht geimpft oder genesen bin. Denn es gilt die 2G-Regel für alle Geschäfte außer dem Lebensmittelhandel.“
Zudem herrsche ein Lockdown für Ungeimpfte, stellt der Publizist fest. „An den hält sich zwar niemand, aber die Polizei kontrolliert in Planquadraten und stellt tausende Strafverfügungen aus. Wenn also Regierungs- oder Oppositionsfrauen von Freiheit reden, kann ich – je nach Stimmungslage – nur lachen oder weinen. Ernst nehmen kann ich sie nicht“, resümiert Hannes Hofbauer.
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