MH17-Katastrophe: Russland will an Niederlande übergebene Dokumente veröffentlichen

© SNA / Masha RossAbsturzstelle der malaysischen Boeing 777, Flug MH17
Absturzstelle der malaysischen Boeing 777, Flug MH17 - SNA, 1920, 26.01.2022
Russland wird alle Dokumente zum Absturz des Fluges MH17 in der Ostukraine, die es an die Niederlande übergeben hat, publik machen. Das erklärte der Vertreter Russlands beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, Michail Winogradow, am Mittwoch.
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg begann am selben Tag, die Klagen der Ukraine und der Niederlande gegen Russland im Fall des MH17-Absturzes im Jahr 2014 im Donbass zu prüfen.
Bereits früher hatte die Ukraine beim Gerichtshof mehrere Klagen gegen Russland eingereicht, die die Krim und den Donbass betrafen. Kiew warf Moskau wiederholt eine Einmischung in die ukrainischen Angelegenheiten vor. Russland hat diese Anschuldigungen zurückgewiesen und betont, dass es keine Seite im Donbasskonflikt sei.
Im Juli 2020 hatte der Gerichtshof in Straßburg Moskau offiziell benachrichtigt, dass die Niederlande eine Beschwerde gegen Russland wegen des Absturzes der malaysischen Boeing eingereicht haben. Das russische Außenministerium wertete den Antrag als einen weiteren Schlag gegen die russisch-niederländischen Beziehungen. Später wurden alle Beschwerden zu einem Verfahren vereint.
Russland hat am 22. Juli desselben Jahres erstmals in der Geschichte des Landes beim Gerichtshof für Menschenrechte eine zwischenstaatliche Beschwerde gegen die Ukraine eingereicht. Laut einer Pressemitteilung der russischen Generalstaatsanwaltschaft wurde den ukrainischen Behörden zur Last gelegt, den Luftraum über der Ukraine nicht gesperrt zu haben, was zum Absturz der Passagiermaschine geführt habe.
Das Gericht hat den Antrag registriert, aber noch immer nicht geprüft.
Absturzort des Fluges MH17 - SNA, 1920, 26.01.2022
Fall MH17: Russlands Vertreter beim EGMR in Straßburg beklagt voreingenommene Prozessentwicklung
Die Boeing 777, die von Amsterdam nach Kuala Lumpur unterwegs war, stürzte am 17. Juli 2014 bei Donezk ab. An Bord befanden sich 298 Menschen. Niemand überlebte. Kiew hat die Volksmilizen wegen dieser Flugzeugkatastrophe beschuldigt. Wie diese erklärten, verfügten sie über keine Waffen, die ein Flugzeug in einer so großen Höhe hätten abschießen können.
Der Gerichtsprozess zum Absturz der malaysischen Boeing 777, Flug MH17, war am 9. März 2020 in den Niederlanden eingeleitet worden. Die Hauptverdächtigen sind die Russen Igor Girkin, Sergej Dubninski, Oleg Pulatow und der Ukrainer Leonid Chartschenko. Pulatow wird von einer russischen und einer niederländischen Anwältin vertreten.
Die Ukraine weigerte sich, Daten von ihren Radargeräten zur Verfügung zu stellen, und die USA haben der Ermittlung keine Satellitenbilder übergeben, auf denen sichtbar sein soll, wie die Rakete abgeschossen werde.
Wie der stellvertretende Generalstaatsanwalt Russlands, Nikolai Winnitschenko, gegenüber SNA sagte, hat die russische Seite den Niederlanden nicht nur Radardaten, sondern auch Dokumente übergeben, wonach die Rakete vom Fla-Raketenkomplex Buk, die die Boeing getroffen hatte, der Ukraine gehörte und von dem von Kiew kontrollierten Territorium abgefeuert wurde. Die Ermittler ignorierten diese Information.
Die Untersuchung wird von einem gemischten Ermittlerteam unter der Leitung der niederländischen Generalstaatsanwaltschaft ohne russische Beteiligung durchgeführt.
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