„Anonyme Quellen und geheime Beweise“ – Finstere russische Pläne in westlicher Presse

© AP Photo / David DermerEine Frau liest eine Zeitung, Youngstown, Ohio
Eine Frau liest eine Zeitung, Youngstown, Ohio - SNA, 1920, 26.01.2022
Auf ihrem Blog nimmt sich die streitbare Caitlin Johnstone einmal mehr die Berichterstattung der westlichen Medien zur Brust. Diese würden derzeit eine Story über einen düsteren Plan der russischen Regierung verbreiten, so Johnstone. „Vielleicht sollten Sie sich dafür setzen – die Quellen des Berichts sind anonym und die Beweise geheim.“
Die „New York Times“ berichte, anonyme Individuen innerhalb der US-amerikanischen und der britischen Regierungen würden angeben, Russland plane derzeit, die Regierung der Ukraine „auf irgendeine Weise zu stürzen, wobei irgendwelche Methoden eingesetzt werden sollen, um irgendwie eine Marionettenregierung zu installieren, die auf irgendeine Weise mit Moskau sympathisiert“. In diesem sehr ernsten Bericht werde jedoch nicht enthüllt, was das genau bedeute.
Ferner zitiert Johnstone aus dem Artikel: „Das Communiqué enthielt wenig Details darüber, wie Russland bei der Einsetzung einer neuen Regierung in der Ukraine vorgehen könnte, und sagte nichts darüber, ob solche Pläne in Verbindung mit einer Invasion russischer Truppen stünden. Ein britischer Offizieller, der mit der Situation vertraut ist, sagte unter der Bedingung der Anonymität, man wolle die Aktivierung solcher Pläne vereiteln und zugleich Herrn Putin davon in Kenntnis setzen, dass sein Plan aufgeflogen sei.“
Wer nun auf Beweise gehofft habe, werde bitter enttäuscht, schreibt Johnstone, denn die Journalisten, die diese Story geschrieben hätten, hätten selbst keinerlei Beweise gesehen.
„Offenbar geben sie einfach nicht verifizierte Behauptungen der Regierung, die von unbekannten Spionen geäußert wurden, an ihre Leser weiter, weil man es ihnen aufgetragen hatte. Das ist wohl etwas, was Journalisten machen können?“
Weiter im Bericht der „New York Times“ stehe es schwarz auf weiß: „Das britische Communiqué lieferte keine Beweise als Beleg für seine Behauptung, Russland plane, die ukrainische Regierung zu stürzen.“ Dennoch könne der Leser versichert sein, dass, obwohl die eigentlichen Beweise für die eigentliche russische Ruchlosigkeit ihm vorenthalten blieben, anonyme Offizielle innerhalb der US-amerikanischen Regierung die von anonymen britischen Spionen gesammelte Information überprüft hätten und zu dem Schluss gekommen seien, dass die Beweise handfest seien, stichelt Johnstone.
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Seltsamerweise störe es die Verfasser, wenn Russland auf der anderen Seite keine handfesten Beweise liefere. So heiße es in dem Artikel: „Russische Offizielle haben wiederholt zurückgewiesen, etwaige Pläne zu verfolgen, die Ukraine anzugreifen, und haben solche Behauptungen als ‚Hysterie‘ bezeichnet. Dabei haben sie behauptet, die Regierung in Kiew suche die Eskalation der angespannten Situation, ohne dafür Beweise zu liefern.“
Als sie diesen Bericht der „New York Times“ gelesen habe, sei sie ein wenig überrascht gewesen, dass unbelegte Behauptungen irgendwelcher anonymer Quellen tatsächlich als Nachrichten für Erwachsene verkauft würden, resümiert Caitlin Johnstone. Doch wenig später sei sie zu dem Schluss gekommen, dass es in den westlichen Medien Gang und Gäbe sei, falsche und unbelegte Behauptungen über angebliche russische Aggression zu verbreiten.
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