Australien bietet Europa sein LNG als Alternative für russische Gaslieferungen

© SNA / Alexej Witwizki / Zur BilddatenbankVerdichterstation Sayda (Deutschland) an der Pipeline Gazela, über die russisches Gas weiter nach Tschechien gepumpt wird (Archivbild)
Verdichterstation Sayda (Deutschland) an der Pipeline Gazela, über die russisches Gas weiter nach Tschechien gepumpt wird (Archivbild) - SNA, 1920, 26.01.2022
Australien hat sich bereit erklärt, Flüssiggas (LNG) nach Europa zu exportieren, falls es zu Gasknappheit aus Russland kommen sollte. Darüber berichtet die Zeitung „The Australian“ am Mittwoch unter Berufung auf den Ressourcenminister des Landes, Keith Pitt.
Canberra sei „ein führender und zuverlässiger globaler Exporteur von LNG“ und „steht bereit, bei jeder Anfrage nach weiteren Lieferungen“ von LNG aus europäischen Ländern zu helfen, sagte Pitt laut der Zeitung. In Australien würden derzeit einige Großprojekte entwickelt, dank denen das Land die Möglichkeit erhalte, die wachsende Nachfrage in der Welt zu decken.
Die USA hatten zuvor Pläne bekannt gegeben, Ersatz für russische Energielieferungen nach Europa zu finden, für den Fall, Moskau werde wegen geopolitischer Spannungen den Gastransit über die Ukraine stoppen. Washington verhandelt Medienberichten zufolge darüber mit Australien und Katar.
Die Bundesregierung hat indes auf eine Ausnahmeregelung für den Energiesektor gedrängt, falls russischen Banken im Rahmen der möglichen Sanktionen gegen Russland die Abwicklung von Geschäften in US-Dollar untersagt wird. Auch der österreichische Außenministers Alexander Schallenberg äußerte die Ansicht, dass russisches Gas nicht mit EU-Sanktionen belegt werden soll, wie eben auch die Ostseepipeline Nord Stream 2.
Gasinfrastruktur am Anlandepunkt der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 in Lubmin, Norddeutschland (Archiv) - SNA, 1920, 24.12.2021
EU-Politiker verwandeln Nord Stream 2 in Scheidemünze – Russlands Vizeaußenminister
Laut dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ist es zu Knappheit auf dem europäischen Gasmarkt wegen der Wirtschaftspolitik der EU-Kommission gekommen. Gleichzeitig stehen Experten zufolge hohe Preise für Flüssiggas in Asien den massiven LNG-Lieferungen nach Europa im Wege – acht Milliarden Kubikmeter Gas aus den USA und dem Nahen Osten fielen deswegen für Europa aus.
Nord Stream 2 soll unter Umgehung der Ukraine Gas von Russland nach Deutschland bringen. Die Leitung ist fertiggestellt, aber noch nicht in Betrieb. Laut der Bundesaußenministern Annalena Baerbock liegt das Zertifizierungsverfahren der Pipeline derzeit auf Eis, weil sie den europäischen Vorgaben nicht entspreche. Indes bezeichnete Kreml-Sprecher Dmitri Peskow den Zertifizierungsprozess Mitte Dezember als „technische, bürokratische Arbeit“. Der Betreiber hat bereits angekündigt, im Einklang mit dem deutschen Recht eine Tochterfirma in Deutschland zu gründen, die unabhängig vom russischen Energiekonzern Gazprom fungieren wird. Der Antrag auf Zertifizierung soll dann noch einmal im Namen dieser Firma gestellt werden.
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