Aktivistin will geheime Verfassungsschutz-Behörde mit AirTag enttarnt haben

© AFP 2022 / Apple Inc. Ein von Apple entwickeltes Ortungsgerät AirTag (Symbolbild)
Ein von Apple entwickeltes Ortungsgerät  AirTag (Symbolbild) - SNA, 1920, 26.01.2022
Die deutsche IT-Expertin und Aktivistin Lilith Wittmann soll nach eigenen Angaben womöglich eine Tarnbehörde des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) enthüllt haben. Ein Ortungsgerät von Apple hat ihr dabei maßgeblich geholfen.
Auf die Behörde namens Bundesservice Telekommunikation wurde Wittmann vor einigen Tagen aufmerksam, heißt es in ihrem Blogbeitrag. Nach ersten Recherchen wurde der Berlinerin klar, dass so eine Bundesbehörde gar nicht existiere. Es läge nahe, dass es um die Tarnbehörde eines Geheimdienstes gehe, so Wittmann. Die Sicherheitsexpertin wollte aber herausfinden, welcher der vielen Geheimdienste es sei.
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Dank der Hinweise ihrer Leser erlangte sie Details zum angemieteten Gebäude des Bundesservice Telekommunikation in Berlin sowie zu weiteren Stellen der Behörde in Köln und Berlin. Dabei verdichteten sich Hinweise auf eine Zugehörigkeit zum Bundesverfassungsschutz statt der angegebenen Zuordnung zum Bundesinnenministerium.
In einer öffentlich zugänglichen RIPE-Datenbank suchte Wittmann dann nach den IP-Adressen, die mit den entsprechenden Anschriften in Zusammenhang stehen könnten, und kam somit erstmals auf konkrete Namen und Telefonnummern. Bei diesen klingelte sie anschließend durch, um mitten in der Nacht eine Person erreicht zu haben, die ihr keine Auskunft geben wollte.
Dann wurde die 27-Jährige in ihrem Verdacht bekräftigt und kam auf die Idee, einen Apple AirTag in einem Paket zu verstecken und diesen an das gefundene Postfach nach Köln zu versenden. Erwartungsgemäß stellte die Post den Brief beim Verfassungsschutz in der Domstadt zu.
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Sprecher des Bundesministeriums haben bisher in der Bundespressekonferenz wiederholt dementiert, dass es sich beim Bundesservice Telekommunikation um eine Behörde im Zuständigkeitsbereich des Innenministeriums oder der Bundesregierung handele. Zur Vermutung, es gehe um eine Tarnorganisation eines Nachrichtendienstes, nahmen sie keine Stellung.
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