Ukrainischer Verteidigungsminister sieht keine Fakten für Angriffs-Pläne Russlands

© SNA / Stringer / Zur BilddatenbankDer ukrainische Verteidigungsminister Alexej Reznikow spricht auf einer Pressekonferenz in Kiew (Archivbild)
Der ukrainische Verteidigungsminister Alexej Reznikow spricht auf einer Pressekonferenz in Kiew (Archivbild) - SNA, 1920, 25.01.2022
Der ukrainische Verteidigungsminister Alexej Resnikow hat in einem Gespräch mit dem TV-Sender ICTV am Montag dazu aufgerufen, wegen einer möglichen Eskalation an der Grenze zu Russland nicht in Panik zu geraten. Denn aus den Geheimdienstdaten lasse sich nicht schließen, dass Russland in naher Zukunft in die Ukraine einmarschieren werde.
Auf die Frage, wie er die Äußerungen des Befehlshabers der verbündeten Armeegruppe im Südosten der Ukraine, des Generals Alexander Pawljuk, einschätze, wonach Russland nach einem der Szenarien angeblich zum Abschlusstag der Olympischen Winterspiele in Peking am 20. Februar die Ukraine angreifen könnte, antwortete Resnikow wie folgt:

„Ich schätze ein solches Szenario nicht hoch ein. (...) Die Fakten, die unsere Nachrichtendienste und die der Partnerländer beobachten, lassen darauf schließen, dass die Russische Föderation bis heute keine Einsatztruppe zusammengestellt hat, die darauf hindeuten würde, dass sie morgen in die Offensive gehen werde.“

„Es gibt keine solche Bedrohung“, so der Verteidigungsminister. „Ich bitte somit darum, keine Panik zu verbreiten“, fügte Resnikow hinzu. „Unsere Streitkräfte, unser Kommando- und Generalstab haben alle Optionen ausgearbeitet und wissen, wie sie vorgehen müssen.“
Pentagon-Sprecher John Kirby informiert bei einem Briefing über US-Schläge gegen Ziele in Syrien. Washington, 25. Februar 2021 - SNA, 1920, 24.01.2022
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Situation um die Ukraine

Das Verhältnis zwischen dem Westen und Russland ist in Bezug auf die Ukraine seit Monaten angespannt. Der Westen äußert die Befürchtung eines Angriffs seitens Russlands auf das Nachbarland und droht Russland seitdem mit schwerwiegenden Konsequenzen.
In diesem Zusammenhang haben sich die USA, Großbritannien, Polen sowie die baltischen Staaten bereiterklärt, Waffen in die Ukraine zu schicken. Der deutsche Bundeskanzler, Olaf Scholz, hat Waffenlieferungen hingegen mehrmals abgelehnt. Auch Außenministerin Annalena Baerbock hat sich dagegen ausgesprochen.
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Ende Dezember wurden die Nato-Pläne bekannt, sein Kontingent in Südosteuropa aufzustocken. Vor einer Woche hat das Nato-Mitglied Kanada bekanntgegeben, dass es seine militärischen Spezialeinheiten in die Ukraine entsendet hätte. Auch britische Truppen sollen laut dem Verteidigungsminister Ben Wallace zu Übungszwecken in die Ukraine geschickt werden.
Moskau weist alle Vorwürfe einer angeblichen „Eskalation“ an der Grenze zur Ukraine zurück und betont, dass diese hauptsächlich als Vorwand dienen würden, um mehr Nato-Streitkräfte an der russischen Grenze zu stationieren.
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Als Reaktion hat Russland erklärt, dass es im Februar die gemeinsamen Übungen mit Weißrussland „Bündnisentschlossenheit-2022“ durchführen werde. Dazu hat Moskau in der vergangenen Woche mit der Verlegung von zwei Bataillonen des Luftabwehr-Raketensystems vom Typ „S-400 Triumph“ in das Nachbarland angefangen.
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