Bei offenem Ukraine-Konflikt: Kroatien will seine Soldaten aus Nato-Kontingent abziehen

© SNA / Aleksei Vitvitski / Zur BilddatenbankDas Nato-Logo vor dem Hauptsitz der Organisation in Brüssel
Das Nato-Logo vor dem Hauptsitz der Organisation in Brüssel  - SNA, 1920, 25.01.2022
Die kroatischen Behörden werden laut dem Staatspräsidenten Zoran Milanovic ihre Militärangehörigen aus den in Osteuropa stationierten Nato-Truppen abberufen, wenn es zu einem offenen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine kommen sollte.
„Ich lese Berichte, laut denen die Nato – nicht ein einzelner Staat und nicht die USA – ihre Präsenz verstärkt und Aufklärungsschiffe entsendet. Wir haben nichts damit zu tun und werden auch weiterhin nichts Gemeinsames haben, das versichere ich Ihnen“, sagte Milanovic im nationalen Fernsehen.
Kroatien würde nicht nur keine Militärangehörigen entsenden, sondern auch alle kroatischen Militärangehörigen abberufen, wenn es eine Eskalation geben sollte.
„Das steht weder mit der Ukraine noch mit Russland im Zusammenhang. Das steht im Zusammenhang mit der Dynamik der amerikanischen Innenpolitik, mit Joe Biden und seiner Administration, die ich als einziger in Europa unterstützt habe… Aber ich sehe in Fragen der internationalen Sicherheit ein gefährliches Verhalten“, sagte der kroatische Präsident.
Die Nato stärkt nach eigenen Angaben ihre Präsenz im Zusammenhang mit der Situation um die Ukraine.
Nato-Emblem - SNA, 1920, 24.01.2022
Nato schickt zusätzlich Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge nach Osteuropa
„Die Nato-Verbündeten versetzen ihre Kräfte in Einsatzbereitschaft und entsenden zusätzlich Schiffe und Kampfflugzeuge zu Stationierungsorten der Nato in Osteuropa. Sie verstärken damit ihre Abschreckungs- und Verteidigungsmaßnahmen, weil Russland seine militärische Präsenz in der Ukraine und um dieses Land weiter festigt“, heißt es.
Laut der Mitteilung haben mehrere Verbündete in den letzten Tagen die Stationierung ihrer Kräfte bekanntgegeben bzw. angekündigt. So entsendet Dänemark eine Fregatte in die Ostsee und vier Mehrzweckkampfflugzeuge F-16 nach Litauen. Spanien entsendet Schiffe und erwägt die Entsendung von Jagdflugzeugen nach Bulgarien. Frankreich hat sich bereit erklärt, seine Kräfte nach Rumänien zu verlegen. Die Niederlande schicken ab April zwei Tarnkappen-Kampfflugzeuge F-35 nach Bulgarien und versetzen ein Schiff und bodengestützte Kräfte in Einsatzbereitschaft. Die USA prüfen die Möglichkeit, ihre militärische Präsenz an der Ostflanke der Allianz zu erweitern.
In den letzten Monaten tauchen in westlichen Massenmedien immer neue Berichte über die Vorbereitung einer „Invasion“ Moskaus in die Ukraine auf. Die russische Seite wies diese falschen Informationen wiederholt zurück und betonte, dass solche Behauptungen zur Aufstockung der Truppen der Nordatlantischen Allianz vor den Grenzen Russlands genutzt würden.
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