Rappende Bibliothekare in Ungarn werben für russische Literatur

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Bücher (Symbolbild) - SNA, 1920, 25.01.2022
„Die russische Literatur ist groß, die Liste ist endlos …“ rappen Mitarbeiter der Stadtbibliothek „Vachott Sandor“ in der nordungarischen Kleinstadt Gyöngyös. Den Clip haben sie vor einer Woche auf der Facebook-Seite der Bibliothek veröffentlicht. Sie wollen damit die russische Literatur einem breiten Publikum schmackhaft machen.
„Russische, russische Literatur“ – das ist der Refrain eines Videoclips, den vor einer Woche das ungarische Nachrichtenportal Telex.hu veröffentlicht hat. Mit dem Video, produziert von „Credo Media“, wollen Gergely Berzsényi, Zsolt Jakab, Csaba Pesti, Dénes Szabó und Gergely Tomory Menschen für die russische Literatur begeistern und gewinnen. Sie sind engagierte Mitarbeiter der Stadtbibliothek in der ungarischen Kleinstadt Gyöngyös – und hoffen auch auf Preise für ihren Clip.
Auf ihrer Facebook-Seite schreiben die Bibliothekare: „Wie wir voriges Jahr im ‚Bibliothek-Anzeiger‘ angekündigt haben, fahren wir mit der Auflistung der russischen Literatur fort. Unser Ziel ist, nach dem Gewinn des Preises ‚Qualitätsbibliothek‘ auch den Grammy mitzunehmen!“ Und der Grammy gilt als einer der wichtigsten Musikpreise der Welt.
Die Rapper erscheinen im Clip in der typischen russischen Kopfbedeckung namens „Uschanka“ und Sportanzügen einer Markenfirma, dazu tragen sie stylisch Sportschuhe oder schwarze Anzugschuhe sowie Sonnenbrillen. Für Lokalkolorit sorgen authentische Bilder von Gyöngyös: ein Mülltonnen-Standplatz eines durchschnittlichen Plattenbaus, schlecht passierbare Häuserschluchten mit Pfützen, ein Parkplatz vor dem Polizeigebäude. Dort wird im Video ein Buch „unter der Hand“ verkauft: Ein Käufer zieht ein dickes Gelbbündel aus der Jackentasche und riecht an der erworbenen Rarität, um sie auf Echtheit zu prüfen.

„Gut verdauliche“ russische Literatur

Jakab und Szabó erzählen in einem Interview mit dem Nachrichtenportal Mitte Januar 2022, dass sie bereits im Dezember 2019 mit der Produktion von Videos begonnen haben. Anfangs nahmen sie ihre Veranstaltungen auf, warben damit für die Bibliothek, die Bücher und das Lesen. Mit der Pandemie sind sie auf andere kreative, „verrückte“ Ideen kommen.
Warum fiel die Wahl auf die russische Literatur? In der Bibliothek gebe es eine Reihe von Science-Fiction, Fantasie, Philosophie von russischen Autoren wie auch psychologische Werke und klassische Literatur, sagt Jakab. Die seien sehr gut ins Ungarische übersetzt. Alle können ihm zufolge für ihren Geschmack „etwas gut Verdauliches“ finden. Die häufig umfangreichen russischen Werke sind gut für lange Winterabende, findet der rappende Bibliothekar. Außerdem hätten sie in Gyöngyös mühelos authentische Orte finden können, die das slawische beziehungsweise russische Lebensgefühl wiedergeben.
Berzsényi fügt noch hinzu, dass den Menschen in Ungarn bei dem Namen von Gyöngyös kaum was einfalle. Wenn das Lied und das Video dazu beitragen, dass sie an die lustigen Bibliothekare denken, dann hat es sich für die schon gelohnt.
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