Blackout in Kasachstan: Viele Versorgungsanlagen außer Betrieb

© SNA / Evgeni PereverzevStrommast
Strommast - SNA, 1920, 25.01.2022
Bei der Überlastung einer Fernstromleitung in Kasachstan ist am Dienstag in diesem Land und in den benachbarten Kirgisistan und Usbekistan ein massiver Stromausfall verursacht worden, berichtete der Pressedienst des lokalen Stromnetzbetreibers KEGOC.
Nach seinen Angaben war es um 11:59 Uhr (07:59 Uhr MEZ) zu einer Lastaufschaltung bei der Fernstromleitung Nord-Ost-Südkasachstan gekommen. Infolgedessen fiel der Strom bei einem bedeutenden Teil der Verbraucher aus.
Betroffen waren die Städte Almaty, Schymkent, Taras, das Gebiet Turkestan und anliegende Bezirke sowie die Stromverteilungsnetze in Kirgisistan und Usbekistan.
In der usbekischen Hauptstadt Taschkent wurde das Stromnetz wegen der Havarie beschädigt, die Spannungsprünge bei 530 aus Kasachstan führenden Stromleitungen verursacht hat. Als Folge blieben die Gebiete Fergana und Taschkent, das Fergana-Tal, die Gebiete Syrdarja, Dschisak, Samarkand, Nawoi und Kaschkadarja ohne Strom.
Die Einwohner von Taschkent wurden aufgefordert, vorerst auf die Nutzung von persönlichen Verkehrsmitteln zu verzichten.
„Zurzeit kommt es zu Verkehrsstauen auf den Straßen wegen stillgelegter Ampeln“, wurde auf dem Telegram-Kanal der Hauptverwaltung für Inneres von Taschkent mitgeteilt.
Wegen des Stromausfalls sind Passagiere einer Seilbahn in Amirsoi, dem größten Skiurlaubsort von Usbekistan, steckengeblieben. Rettungskräfte versuchten, sie zu evakuieren.
Im ganzen Land waren wegen untätiger Pumpanlagen die Wärmeversorgung, das Kanalisationssystem und die Trinkwasserversorgung außer Betrieb.
In Kirgisistan war der größte Teil der Hauptstadt Bischkek von der Havarie betroffen. Die stillgelegten Ampeln wurden durch Verkehrsregler ersetzt. Der hauptstädtische Flughafen Manas wurde auf die autonome Stromversorgung umgestellt. Im Urlaubsort Tschunkutschak blieb eine Seilbahn mit Passagieren stecken.
Stromkabel in der kibanesishcen Stadt Tyrus (Archivbild) - SNA, 1920, 10.10.2021
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Später hieß es bei der russischen Holding "Inter Rao" gegenüber SNA, dass die unterbrochenen Stromlieferungen von Russland nach Kasachstan inzwischen wieder aufgenommen worden seien.
„Im Zusammenhang mit der entstandenen Situation wurde im Auftrag des Präsidenten der Republik Usbekistan eine Regierungskommission unter dem Vorsitz des Premierministers des Landes zur Untersuchung der Ursachen des Geschehens und zur Erstellung eines Planes für die Vorbeugung solcher Situationen in Zukunft gebildet“, wurde auf dem Telegram-Kanal des usbekischen Energieministeriums mitgeteilt.
Drei Länder – Kasachstan, Usbekistan und Kirgisistan waren von einer Störung im vereinten Energiering betroffen. Das vereinte Energiesystem Zentralasiens, das noch zu Sowjetzeiten aufgebaut worden war, stellt einen Block dar, zu dem die Energiesysteme von Südkasachstan, Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan gehören.
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