Tausende nach Osteuropa und Baltikum: Biden erwägt Entsendung von Soldaten – NYT

© SNA / Stringer / Zur Bilddatenbank"Rapid Trident-2020" - gemeinsame Militärübungen der Nato und der Ukraine im Gebiet Lwow
Rapid Trident-2020 - gemeinsame Militärübungen der Nato und der Ukraine im Gebiet Lwow - SNA, 1920, 24.01.2022
US-Präsident Joe Biden erwägt laut der Zeitung „The New York Times“ den Einsatz von Tausenden US-Soldaten sowie Kriegsschiffen und Flugzeugen auf dem Territorium der Nato-Verbündeten in Osteuropa und im Baltikum.
Wie die Zeitung am Montag unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet, präsentierten hochrangige Pentagon-Beamte Biden am Samstag mehrere Optionen, die das US-Militär näher an Russlands Haustür bringen würden. Dazu gehört die Entsendung von 1000 bis 5000 Soldaten in osteuropäische Länder mit dem Potenzial, diese Zahl zu verzehnfachen.
Es werde erwartet, dass Biden bereits diese Woche eine Entscheidung treffe, hieß es. Laut des Beitrag sei die geplante Anhäufung auf angebliche Eskalation seitens Russlands zurückzuführen, besonders die Verlegung russischer Streitkräfte nach Weißrussland.
Allerdings handelt es sich hier lediglich um ein Manöver zwischen Russland und Weißrussland, das laut dem Leiter der Hauptabteilung für Kampfausbildung der weißrussischen Streitkräfte, Andrej Nekraschewitsch, einen defensiven Charakter habe. Die Übungen dauern bis zum 20. Februar, dann würden alle Truppen abgezogen.
Am Samstag beschuldigte Großbritannien Moskau, Pläne entwickelt zu haben, einen prorussischen Führer in der Ukraine einzusetzen.
„Auch wenn wir uns mit Diplomatie beschäftigen, konzentrieren wir uns sehr auf den Aufbau von Verteidigung und Abschreckung“, zitiert die „NYT“ den US-Außenminister Antony Blinken, der dies in einem Interview in „Face the Nation“ am Sonntag von CBS äußerte. Bisher beinhalte keine der in Betracht gezogenen militärischen Optionen den Einsatz zusätzlicher amerikanischer Truppen in der Ukraine selbst.
Sigmar Gabriel (Archivbild) - SNA, 1920, 19.01.2022
Gabriel kritisiert EU-Stellung bei Sicherheitsverhandlungen zwischen Russland und USA als beschämend
Wie die NYT weiter unter Berufung auf US-Beamte berichtet, möchte Russlands Präsident Wladimir Putin die Stationierung Tausender zusätzlicher amerikanischer Truppen an der Ostflanke der Nato, zu der Estland, Lettland und Litauen gehören, vermeiden. Er habe nämlich gesehen, wie weit das westliche Militärbündnis schon näher an Russlands eigene Grenze gerückt sei.
All diese Diskussionen und Spekulationen finden statt, während das US-Außenministerium allen Familienmitgliedern des US-Botschaftspersonals in Kiew befahl, die Ukraine zu verlassen und berief sich dabei auf die Androhung einer angeblichen russischen Militäraktion. Auch einige Botschaftsangestellte wurden ermächtigt, ebenfalls abzureisen.
Russland hat bereits mehrmals die Anschuldigungen „aggressiver Handlungen“ zurückgewiesen und betont, dass es niemanden anzugreifen plane und bedrohe. Die Spannungen schaffen hingegen die USA und ihre Nato-Verbündeten, die die Zahl der Übungen im Schwarzen Meer deutlich erhöht haben.
Laut dem russischen Außenminister Sergej Lawrow verstärkt die Nato die Waffenlieferungen an die Ukraine, wo die Zahl westlicher Ausbilder zugenommen hat. Außerdem hat Kiew bereits die Hälfte seiner Streitkräfte, etwa 125.000 Militärs, nach Donbass geschickt. Der Westen versuche nach Moskaus Ansicht eine militärische Ballung an den russischen Grenzen zu schaffen.
Britisches Militär  - SNA, 1920, 21.01.2022
Großbritannien erwägt Truppenverstärkung in nahe der Ukraine liegenden Nato-Ländern
Russland hatte Ende 2021 Entwürfe eines Vertrages mit den USA und eines Abkommens mit der Nato über Sicherheitsgarantien veröffentlicht. Moskau fordert von den westlichen Partnern juristisch bindende Garantien für den Verzicht auf die Osterweiterung der Nato, auf die Aufnahme der Ukraine und auf die Einrichtung von Militärbasen in postsowjetischen Ländern.
Bei den Konsultationen zwischen Russland, den USA und der Nato, die vom 9. bis 13. Januar stattfanden, wurde erwartungsgemäß kein Durchbruch erzielt. Außenminister Lawrow zufolge fordert Russland eine konkrete schriftliche Antwort auf jeden Artikel der beiden Dokumente. Von den Antworten der Partner würden weitere Handlungen Moskaus und die Perspektiven der Wiederaufnahme der Gespräche abhängen, betonte der russische Chefdiplomat.
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