Sacharowa: Ukraine als „universeller Öffner“ bei Durchsetzung westlicher Interessen benutzt

© SNA / Pressedienst des Außenministeriums RusslandsSprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa (Archivfoto)
Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa (Archivfoto) - SNA, 1920, 24.01.2022
Der Westen benutzt die Ukraine als Werkzeug zur Förderung seiner Interessen in der Region und als Versuchsgelände. Diese Meinung äußerte die amtliche Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, in einem Interview mit der Zeitung „Izvestia“ am Montag.
„Die Ukraine wird vom Westen als Instrument zur Einflussnahme und zur Förderung seiner Interessen in der Region, zur Destabilisierung der Situation und zur Beeinflussung irgendwelcher Prozesse betrachtet; die Vorwürfe gegen uns nehmen kein Ende“, sagte Sacharowa.
Dies ermöglicht es westlichen Ländern, „dieses Sanktionsfeuer zu nähren und immer wieder etwas rein zu werfen“, sagte die Sprecherin.
In dieser Situation sei das Fehlen von Beweisen für eine „Aggression“ Russlands und dessen Völkerrechtsverstöße nicht von Bedeutung. „Man hat die unglückliche Ukraine, das unglückliche ukrainische Volk, das, nebenbei gesagt, ein multinationales Volk ist, als ein Versuchsgelände genutzt“, fügte die Sprecherin hinzu.
„Warum mischen sich die USA beispielsweise in unsere Energiepartnerschaft mit Deutschland ein, wo privates Unternehmertum, Staat und Investoren anwesend sind, und erinnern immer wieder an die Ukraine? Das betrifft nicht nur irgendeine Sphäre allein, sondern ist in ihrem Verständnis wohl ein Werkzeug von der Art eines universellen Öffners“, sagte Sacharowa.
Britisches Außenministerium - SNA, 1920, 23.01.2022
„Komplott des Kremls“: London wittert Pläne für Installation pro-russischer Führung in Ukraine
Sacharowa hatte am Sonntag warnend darauf hingewiesen, dass westliche Länder mehrere Großprovokationen innerhalb der Situation um die Ukraine vorbereiteten. Moskau schließe nicht aus, dass diese Provokationen einen Informations- oder einen militärischen Charakter haben könnten.
Zuvor hatte das britische Außenministerium die russischen Geheimdienste beweislos beschuldigt, eine „pro-russische Führungsperson“ – den ehemaligen Abgeordneten der Werchowna Rada, Jewgeni Murajew, in Kiew einsetzen zu wollen. Den Worten der Sprecherin zufolge habe London „das Material dafür im Voraus vorbereitet“.
Murajew, der 2018 selbst von russischen Sanktionen belegt wurde, behauptet, seine eigenen Aktiva und die seiner Familienangehörigen seien in Russland „arretiert“ worden. Murajew sagte, er könne nicht verstehen, wie „all das bei den britischen Geheimdiensten und dem Foreign Office miteinander einhergeht“.
„Diese Frage sollte an Mister Bean (Hauptfigur der TV-Comedyserie „Mister Bean“ – Anm. d. Red.) gerichtet werden.“
Russland hat wiederholt Vorwürfe angeblich „aggressiver Aktivitäten“ zurückgewiesen und dabei betont, dass es niemandem drohe und nicht beabsichtige, jemanden anzugreifen. Derartige Anschuldigungen würden nur als Vorwand genutzt, um mehr Kriegsgerät der Nato in der Nähe der russischen Grenzen zu stationieren.
Wie der russische Außenminister Sergej Lawrow zuvor erklärte, erweitere die Nato ihre Waffenlieferungen an die Ukraine, wo die Anzahl westlicher Instrukteure zugenommen habe. Nach Meinung des russischen Chefdiplomaten könnte das die ukrainischen Machtbehörden zu „militärischen Abenteuern provozieren“.
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