Deutsche Gasreserven halb leer? VNG kommentiert Lieferungen „unserer russischen Partner“

© SNA / Pavel Lisitsyn / Zur BilddatenbankGasherd (Symbolbild)
Gasherd (Symbolbild) - SNA, 1920, 24.01.2022
Nun bestätigt auch der deutsche Energiekonzern VNG (Leipzig): Die deutschen Speicher sind nach einem geringen Füllstand zu Beginn des Winters sowie einem frühen Beginn der Ausspeicherphase aktuell nur zu 44,7 Prozent gefüllt. Das wird sich aber nicht auf die Versorgung deutscher Verbraucher auswirken, meint ein VNG-Sprecher gegenüber SNA.
Zuvor hatte SNA über eine Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage eines AFD-Abgeordneten berichtet. Demnach waren die deutschen Gasspeicher am 11. Januar nur zu 50,6 Prozent gefüllt – ein historischer Tiefstand. Das entspricht einer theoretischen Verfügbarkeit von Arbeitsgas für circa 18 Tagen. Nun sind es laut dem aktuell registrierten Stand (18. Januar) nur noch 44,7 Prozent.
Der deutsche Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck zeigt eine Grafik während einer Pressekonferenz in Berlin, Deutschland, am 11. Januar 2022.  - SNA, 1920, 19.01.2022
Reserven knapper denn je: Gas in Deutschland reicht offenbar nur noch für 18 Tage – Bericht
„Die Gasbestände in deutschen Erdgasspeichern sind damit nicht nur wesentlich niedriger als im Mittelwert der letzten fünf Jahre (65,4 Prozent), sondern auch deutlich unter dem Wert des Vorjahres (54,9 Prozent ) sowie dem bisher niedrigsten Wert in der Fünfjahresperiode von 2017 (51,7 Prozent)“, kommentiert der VNG-Sprecher weiter gegenüber SNA.
Dies liege seinen Worten nach darin begründet, dass im letzten Jahr die Speicher der „Astora GmbH“ (ein Erdgasspeicherbetreiber mit Sitz in Kassel, gehört zu Gazprom Germania Group – Anm. d. Red.) relativ leer waren (aktuell 13,1 Prozent) und damit im Gegensatz zu den Vorjahren den durchschnittlichen Füllstand in Deutschland nach unten statt nach oben ziehen. „Alle Speicherbetreiber können diese Entwicklung allerdings am allerwenigsten beeinflussen. Die Befüllung der Speicher liegt allein in der Hand der Speicherkunden, den Erdgashändlern“, stellt der Sprecher fest.
Dass die aktuellen Füllstände aber so niedrig seien, sei zunächst nicht außergewöhnlich, beschwichtigt der VNG-Vertreter weiter. So lagen die Füllstände der VNG-Tochter VNG Gasspeicher GmbH (VGS) 2017 und 2018 (45,1 Prozent bzw. 40,1 Prozent) sogar unter dem aktuellen Füllstand bei VGS (50,7 Prozent) bzw. sogar unter dem aktuellen Füllstand in Deutschland.

„Die Versorgung war aber auch in der Vergangenheit zu jeder Zeit zuverlässig gewährleistet“.

Die weitere Ausspeicherung wird aus der VNG-Sicht stark vom Wetter, LNG-Lieferungen nach Europa – welche sich im Januar auf einem Rekordniveau befinden – sowie russischen Liefermengen– welche sich momentan auf einem relativ niedrigen Niveau befinden – abhängen. „Dennoch können wir bestätigen, dass die Liefermengen unserer russischen Partner – wie auch in den letzten Jahrzehnten – zuverlässig und im bestellten Maße ankommen“, bekräftigte der Sprecher.
Die Gasröhren sind an einer Gaskompressorstation in Mallnow, bei Frankfurt an der Oder, November 2021. - SNA, 1920, 20.01.2022
Gas in Reserven reicht nur noch für 18 Tage? Bundeswirtschaftsministerium erklärt SNA das Problem
SNA hatte zuvor ebenfalls darauf verwiesen, dass Gazprom alle vertraglich zugesicherten Mengen zuverlässig liefere. Doch gerade die zusätzlichen großen Gasmengen, die früher über den Spotmarkt zu kaufen waren, werden von Gazprom seit 2021 weniger angeboten. In einem Kommentar gegenüber SNA hat das Bundeswirtschaftsministerium andere Gründe für die aktuellen Leerstände genannt.
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