Papst Benedikt XVI. gesteht Falschaussage bei Missbrauchsgutachten

© Foto / Public DomainPapst Benedikt XVI. (Archivbild)
Papst Benedikt XVI. (Archivbild) - SNA, 1920, 24.01.2022
Papst Benedikt XVI. hat am Montag zugegeben, bei seiner Stellungnahme für das Missbrauchsgutachten des Erzbistums München und Freising „versehentlich“ bei einer wesentlichen Aussage einen Fehler gemacht zu haben.
Entgegen seiner bisherigen Darstellung habe der 94-Jährige doch an der Ordinariatssitzung am 15. Januar 1980 teilgenommen, bei der über einen wegen Pädophilie mehrfach vorbestraften Priester gesprochen worden sei, hieß es in einer Stellungnahme seines Privatsekretärs Georg Gänswein laut „Vatican News“.
In der erwähnten Sitzung vom Januar 1980 soll allerdings „über einen seelsorgerlichen Einsatz des betreffenden Priesters nicht entschieden worden sein. Vielmehr wurde lediglich der Bitte entsprochen, diesem während seiner therapeutischen Behandlung in München Unterkunft zu ermöglichen“, erklärte Benedikt.
Der frühere Papst wollte dabei betonen, dass der Fehler „nicht aus böser Absicht heraus geschehen ist, sondern Folge eines Versehens bei der redaktionellen Bearbeitung seiner Stellungnahme war“, so das Statement. Dies tue ihm „sehr leid“ und er bitte, dies zu entschuldigen. Wie es zu dem Versehen gekommen sei, werde er in einer „noch ausstehenden Stellungnahme“ erklären.
Benedikt studiere derzeit intensiv das 1.900 Seiten umfassende Gutachten und sei seiner früheren Diözese „nahe“ und „im Bemühen um Aufklärung sehr verbunden“. Dies benötige angesichts seines Alters und seiner Gesundheit viel Zeit.
Dem deutschen Papst Benedikt XVI. wird vorgeworfen, als „Komplize eines Serientäters“ in den 1970er und 80er Jahren Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche gedeckt oder zumindest geduldet zu haben. Die Studie listet mindestens 497 Opfer auf. Dabei handele es sich überwiegend um männliche Kinder und Jugendliche, die in den Jahrzehnten des Untersuchungszeitraums zu Opfern wurden. Mindestens 235 mutmaßliche Täter gab es laut der Studie – darunter 173 Priester und 9 Diakone. Allerdings sei dies nur das sogenannte Hellfeld. Es sei von einer deutlich größeren Dunkelziffer auszugehen.
Papst Benedikt XVI. (Archivbild) - SNA, 1920, 20.01.2022
Missbrauchsgutachten sieht Fehlverhalten Benedikts als Erzbischof
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