Prost statt Prunk? Antike Zepter aus Eremitage-Sammlung sind wohl Strohhalme – Archäologe

© SNA / Alexej Danitchew / Zur BilddatenbankDas Kunstmuseum Ermitage in Sankt-Petersburg fotografiert am 13. Januar 2022
Das Kunstmuseum Ermitage in Sankt-Petersburg fotografiert am 13. Januar 2022 - SNA, 1920, 24.01.2022
Die etwa 5000 Jahre alten Gold- und Silberröhre aus der Eremitage-Sammlung, die 1897 in einem Hügel im Nordkaukasus entdeckt worden sind, hat man lange Zeit für zeremonielle Zepter gehalten. Nun stellten Forscher aus der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAW) fest, dass diese wohl die ersten bekannten Trinkhalme der Welt sein können.
Laut einer Mitteilung des RAW-Instituts für Geschichte der materiellen Kultur konnte das Team um den Archäologen Wiktor Trifonow dafür Beweise liefern, dass Menschen der bronzezeitlichen Kultur im nordkaukasischen Maikop-Gebiet vor 5000 Jahren die etwas mehr als einen Meter langen „Strohhalme“ bei Ritualen verwendeten, um gemeinsam aus Gefäß zu trinken. Die Ergebnisse der Studie erschienen in der Fachzeitschrift „Antiquity“.
Trifonow zufolge war die Entdeckung von Gerstenstärkekörnern in einem der Strohhalme der Wendepunkt bei der Forschung. „Dies war ein direkter Beweis dafür, dass die Röhren aus dem Maikop-Grabhügel zum Trinken benutzt wurden“, wird der Forschungsleiter in russischen Medien zitiert. Somit konnten die RAW-Wissenschaftler die aus anderen Gebieten bekannten Bilder von Szenen gemeinsamer Trinkgelage mit der eigentlichen Funktion der Funde aus dem Maikop-Hügel in Verbindung bringen.
Ursprünglich ging die Archäologie-Gemeinschaft davon aus, lautet die Mitteilung, dass es sich bei den Röhren um Symbole des sozialen Status – Zepter – handele. Es gab auch andere Hypothesen, wie etwa dass es Baldachinhalter für einen Leichenzug waren, aber keine davon konnten bisher bewiesen werden, hieß es.
„Diese über ein Meter langen, mit Stierfiguren geschmückten Edelmetallröhren stammen aus einem elitären Begräbnisplatz und waren nicht im täglichen Gebrauch“, teilte das RAW-Institut für die Geschichte der materiellen Kultur am Freitag auf sozialen Netzwerken mit.
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