„Pro-russische Führung“ in Kiew? Russische Botschaft warnt London vor „albernen Provokationen“

© SNA / Alexej Filippow / Zur BilddatenbankDie russische Botschaft in London
Die russische Botschaft in London - SNA, 1920, 23.01.2022
Die russische Botschaft in Großbritannien hat in einem Kommentar das britische Außenministerium aufgefordert, mit provokativen Äußerungen in Bezug auf die Situation um die Ukraine aufzuhören. Angesichts der ohnehin aufgeheizten politischen Lage haben die russischen Diplomaten Londons Rhetorik als gefährlich eingestuft.
London werde dank seiner „kurzsichtigen“ Politik von den tatsächlichen diplomatischen Prozessen ferngehalten und sehe seine Rolle darin, ständig antirussische Stimmungen zu schüren, beanstandete die russische Botschaft.
„Die Logik ist sehr einfach: Man beschuldigt Russland jeden Tag, eine ‚unumgängliche‘ Invasion in die Ukraine vorzubereiten, und versucht, auf dieser erfundenen ‚Grundlage‘ die Rolle des ideologischen Anführers der ‚freien Welt‘ zu spielen, der sich gegen ‚Autokraten‘ verteidigt“, hieß es im Kommentar, der am Sonntag veröffentlicht wurde.
Hinzu komme auch der „offensichtliche Verfall“ des britischen Fachwissens über Russland und die Ukraine. Die russischen Diplomaten verwiesen in diesem Zusammenhang auf die jüngste Äußerung der britischen Außenministerin Elizabeth Truss, die Ukraine habe in ihrer Geschichte unter verschiedenen Invasionen gelitten, „von den Mongolen bis zu den Tataren“.
Ganz komisch sei die Nachricht, dass Moskau angeblich beabsichtige, in Kiew eine pro-russische Führung mit einem ehemaligen ukrainischen Abgeordneten an der Spitze zu errichten, denn Moskau habe gegen den ehemaligen Parlamentarier Sanktionen verhängt, weil er eine Bedrohung für die nationale Sicherheit Russlands darstelle, betonte die russische Botschaft.
„Übrigens gibt es da nichts zum Lachen. Wir beobachten das wahre professionelle Niveau derjenigen, die neben diesen absurden Erklärungen tödliche Waffen in die Ukraine schicken, ihre eigene militärische Präsenz in der Nähe der russischen Grenzen ausbauen und Kiew bei der Sabotage der Minsker Vereinbarungen fördern“, heißt es in dem Kommentar weiter.
Andrej Melnyk (Archivbild) - SNA, 1920, 23.01.2022
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Anschließend rief die russische Botschaft Großbritannien dazu auf, mit rhetorischen Provokationen aufzuhören und zur europäischen Sicherheit beizutragen: „Wir fordern London nachdrücklich auf, die albernen rhetorischen Provokationen einzustellen, die in der derzeitigen aufgeheizten Situation sehr gefährlich sind, und zu echten diplomatischen Bemühungen zur Schaffung von zuverlässigen Garantien für die europäische Sicherheit beizutragen.“
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