Schleuser besorgen Boote in Deutschland– Polizei will durchgreifen

© AP Photo / Valeria MongelliMigrantenboot (Archivbild)
Migrantenboot (Archivbild) - SNA, 1920, 23.01.2022
In Kooperation mit Kollegen aus Großbritannien und Frankreich wollen deutsche Polizisten Schleusern das Handwerk legen, die in der Bundesrepublik Schlauchboote für den Transport von Migranten beschaffen. Laut der französischen Polizei werden bis zu 90 Prozent der Boote und Motoren für diesen Zweck in Deutschland gekauft.
Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin hatte im November gesagt, dass etliche der von Schleusern im Ärmelkanal eingesetzten Boote generell aus Deutschland stammten. „Der Bundespolizei liegen Erkenntnisse vor, wonach für die „Bootsschleusungen von Frankreich nach Großbritannien auch in Deutschland erworbene Schlauchboote, Bootsmotoren sowie Rettungswesten zum Einsatz kommen“, teilte nun die Bundespolizei auf Anfrage mit.
Bei einem Anfang des Jahres angelaufenen britisch-deutschen Projekt gehe es darum, weitere Erkenntnisse über Lieferketten und Vertriebswege von Schlauchbooten zu gewinnen, welche insbesondere für Schleusungen von Frankreich nach Großbritannien verwendet würden, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der Abgeordneten Clara Bünger (Linke), die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Migranten in einem Schlauchboot in Nordfrankreich (Archivfoto) - SNA, 1920, 25.11.2021
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Das Projekt stehe in engem Zusammenhang mit einer unter französischer Leitung stehenden Aktion mit dem Namen „Small Boats“ (Kleine Boote), teilte das Bundesinnenministerium weiter mit. Diese Aktion diene der Zerschlagung von Schleuserbanden, die Migranten über den Ärmelkanal von Frankreich nach Großbritannien bringen.
Nach Einschätzung der französischen Polizei werden bis zu 90 Prozent der Boote und Motoren für diesen Zweck in Deutschland gekauft und von dort zunächst nach Belgien gebracht. Denn im Norden Frankreichs muss beim Kauf bestimmter Boote und Bootsmotoren inzwischen ein Ausweis vorgelegt und eine Telefonnummer angegeben werden.
Der französische Innenminister, Gérald Darmanin, hatte im Dezember bekanntgegeben, im September und November habe es im Schleusermilieu zwei Mordversuche gegeben: den ersten im nordfranzösischen Grand-Synthe und den zweiten in Osnabrück.
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