Erneute Corona-Protestwelle in mehreren Städten Deutschlands – Demonstranten auch vor SWR

© REUTERS / MATTHIAS RIETSCHELPolizei führt Demonstrantin auf Corona-Protest in Dresden ab
Polizei führt Demonstrantin auf Corona-Protest in Dresden ab - SNA, 1920, 23.01.2022
Am Samstag ist es wieder deutschlandweit zu zahlreichen Protesten gegen eine mögliche Impfpflicht gekommen. Tausende Menschen gingen aus Unmut über die Corona-Politik auf die Straße. Die Proteste verliefen überwiegend friedlich. In Stuttgart demonstrierten die Menschen unter anderem gegen die Corona-Berichterstattung in den Medien.
In Düsseldorf zogen nach Schätzungen der Polizei mehr als 7500 Demonstranten durch die Innenstadt – angemeldet waren nur 3500.
In Freiburg waren laut Polizeiangaben rund 5500 Gegner der Corona-Politik auf den Straßen, die auf etwa 2000 Gegendemonstranten trafen. Dort sei es zu einem verbalen Austausch zwischen Demonstranten und Gegendemonstranten gekommen, hieß es weiter. Auch Ärzte schlossen sich laut mehreren Twitter-Videos den Protestierenden an.
In Stuttgart machten über 1000 Demonstranten unter anderem vor dem Gebäude des Südwestrundfunks (SWR) Halt, um ihrem Unmut wegen der Corona-Berichterstattung in den Medien Luft zu machen. Auch Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen sollen unter den Demonstrierenden gewesen sein. Immer wieder wurde „Lügenpresse“ gerufen oder „Wir sind das Volk“, wie ein Augenzeuge berichtete.
Die Polizei forderte Teilnehmer auf, Masken zu tragen. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) missbilligte das Geschehen vor dem Gebäude des SWR. Wer „Lügenpresse“ rufe und behaupte, der SWR und andere Medien würden berichten, was ihnen „von oben“ gesagt werde, irre, heißt es in einer Mitteilung des Landesverbandes Baden-Württemberg vom Samstag.
„Gleichzeitig zu fordern, Medien sollten in ihrem Sinne berichten, ist absurd. Das offenbart wenig Verständnis dafür, wie unabhängige Medien arbeiten und funktionieren“, schrieb der DJV-Landesvorsitzende Markus Pfalzgraf auf Twitter.
Ein Nutzer reagierte auf seinen Beitrag dahingehend, dass Pfalzgraf geradezu die Demonstranten in ihrem Handeln bestätige, und rief ihn dazu auf, „ehrlich über diese zu berichten“ und auf „Wortklauberei“ zu verzichten. „Ob es nun Beitragsservice heißt oder GEZ spielt ja keine Rolle. Gehen Sie lieber mal einen offenen Dialog mit den Leuten ein“, schreibt er.
Impfgegner (Symbolbild) - SNA, 1920, 18.01.2022
Rekordwert politisch motivierter Straftaten – Corona-Proteste spielen wesentliche Rolle
In Erfurt setzte die Polizei Pfefferspray ein, um einen Weitermarsch des Demonstrationszuges in Richtung des Landtages zu verhindern, wie das Lagezentrum am Abend mitteilte. Ob es Verletzte gab, war zunächst unklar. Zuvor hatte bereits der MDR über den Pfefferspray-Einsatz berichtet.
Kritiker der Corona-Maßnahmen gingen auch anderswo auf die Straßen, so etwa in Hamburg, Schwerin, Offenbach, Chemnitz, Leipzig, Dresden, Regensburg und Ansbach.
In Regensburg, wo sich laut Polizei mehr als 2000 Gegner der Corona-Politik versammelten, versuchten Gegendemonstranten, den Demonstrationszug mit dem Motto „Für freie Impfentscheidung“ durch Blockaden zu stören. Drei Gegendemonstranten seien in Gewahrsam genommen worden. Zudem sei ein Gegendemonstrant wegen Beleidigung und mehreren Angriffen auf Polizeibeamte festgenommen worden.
In Schwerin mussten die Beamten nach eigenen Angaben in zwei Fällen eingreifen. In einem Fall sprach die Polizei einen Platzverweis gegen einen Mann aus, der Teilnehmer einer rund 30 Leute starken Gegendemo beschimpft hatte. Als der Mann deshalb die Kundgebung verließ, soll er zudem einen Passanten geschubst haben. Gegen den Mann wurde eine Strafanzeige aufgenommen.
In Hamburg-Barmbek fanden sich der Polizei zufolge bei zwei Veranstaltungen etwa 3300 Menschen zusammen. Eine dritte Demonstration im Bezirk Hamburg-Nord hatte am Nachmittag zunächst rund 1600 Teilnehmer. Sie liefen unter dem Motto „Wir vereint. Für eine bessere Zukunft“ und wollten damit ebenfalls ihren Unmut gegen die Corona-Regeln zum Ausdruck bringen. Auf Schildern und Plakaten stand unter anderem „Nein zur Impfpflicht!“ und „Mein Risiko – mein Körper – meine Entscheidung“.
Teilweise wurden dabei keine Masken getragen und die Abstandsregeln nicht eingehalten. Die Polizei hatte deshalb Gespräche mit dem Versammlungsleiter gestartet.
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