Ukraine-Krise: Österreichs Außenminister will Gas aus Russland-Sanktionen ausklammern

© AP Photo / Lisa LeutnerAlexander Schallenberg auf einer Pressekonferenz zu Belarus in Wien am 22. November 2021
Alexander Schallenberg auf einer Pressekonferenz zu Belarus in Wien am 22. November 2021 - SNA, 1920, 23.01.2022
In der Ukraine-Krise sollten russische Erdgaslieferungen aus Sicht des österreichischen Außenministers Alexander Schallenberg nicht mit EU-Sanktionen belegt werden. Auch die Ostseepipeline Nord Stream 2 sollte ihm zufolge ausgeklammert werden.
Schallenberg wies gegenüber der „Presse am Sonntag“ darauf hin, dass Nord Stream 2 noch nicht in Betrieb sei. Deshalb könne mit der Pipeline keine Drohkulisse aufgebaut werden. „Wir sind in Europa zu einem gewissen Grad von Energie aus Russland angewiesen“, argumentierte der Chefdiplomat außerdem. „Das werden wir nicht über Nacht ändern können, wenn wir Wärme und Strom haben wollen."
Der Minister betonte jedoch, dass für den Fall einer russischen Invasion in die Ukraine intensiv an umfangreichen Wirtschafts- und Finanzsanktionen der Europäischen Union gearbeitet würde. „Es wird bei einer Eskalation eine sehr deutliche, unmissverständliche und rasche Antwort geben“, sagte Schallenberg. Einen Ausschluss Russlands aus dem Bankenzahlungssystem Swift schloss er dabei nicht aus.
Österreich bemüht sich traditionell um gute Beziehungen zu Russland. Dabei spielt auch Energie eine Rolle: Das österreichische Öl- und Gasunternehmen OMV ist einer der Nord Stream 2-Investoren. Außerdem befindet sich in der Nähe von Wien eine wichtige Erdgasdrehscheibe, die russisches Gas in europäische Länder verteilt.
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