Corona kostet Deutschland bislang 350 Milliarden Euro Wertschöpfung

© AP Photo / Michael SohnEine deutsche Nationalflagge weht vor dem Reichstagsgebäude, dem Sitz des Deutschen Bundestages, in Berlin am 3. Januar 2022.
Eine deutsche Nationalflagge weht vor dem Reichstagsgebäude, dem Sitz des Deutschen Bundestages, in Berlin am 3. Januar 2022. - SNA, 1920, 23.01.2022
350 Milliarden Euro hat die seit bald zwei Jahren andauernde Corona-Pandemie laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln der deutschen Wirtschaft bisher gekostet. Im ersten Quartal des neuen Jahres könnten laut den Forschern weitere 50 Milliarden Euro an Wirtschaftsleistung verloren gehen. Die Erholung würde Jahre dauern.
Seit Anfang der Pandemie im März 2020 haben die Ausfälle der deutschen Wirtschaft rund 350 Milliarden Euro betragen, teilte das IW am Samstag mit. „In den vergangenen zwei Jahren gaben die Deutschen 270 Milliarden Euro weniger für ihren Konsum aus – das sind rund 3.000 Euro pro Kopf.“
Geld (Archiv) - SNA, 1920, 12.01.2022
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Außerdem investierten Unternehmen rund 60 Milliarden Euro weniger. Staatsausgaben und Exporte fingen die Wirtschaft im zweiten Jahr zumindest teilweise auf. Die Kölner Forscher verweisen darauf, dass der Lockdown zu Beginn der Pandemie zu Problemen bei Produktionsprozessen geführt und Lieferungen im In- und Ausland gestört habe.
„Hinzu kamen Kosten durch eingeschränkte Konsummöglichkeiten und vorsichtige Kunden. Im zweiten Quartal 2020 sackte das reale BIP verglichen mit dem Vorjahr um elf Prozent ab.“
Im zweiten Corona-Jahr seien Probleme bei Lieferketten entscheidend gewesen. Fehlende Bauteile haben besonders der Automobilindustrie zu schaffen gemacht, während die Produktionslücke in der gesamten Industrie auf siebeneinhalb Prozent gewachsen sei.
Grund zur Hoffnung gebe die neue Omikron-Variante, sagte IW-Ökonom Michael Grömling: „Sollten wir in diesem Jahr in die endemische Phase eintreten, dürfte es wieder bergauf gehen. In den nächsten Jahren braucht es ein kräftiges Wachstum, um die bislang aufgelaufenen Einbußen wieder wettzumachen.“
Allerdings rechnen die IW-Forscher damit, dass es auch in den kommenden Monaten zu Einbußen kommen wird, obwohl Staatsausgaben und die Erholung im Außenhandel die Verluste abschwächten. Allein im ersten Quartal 2022 könnte sich die Corona-Bilanz jedoch um weitere 50 Milliarden Euro verschlechtern.
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