US-Frachtflugzeug mit Militärhilfe landet in der Ukraine

CC BY 2.0 / A1C Brett Clashman / Wikipedia CommonsUS-Transportflugzeug C-17 (Archivbild)
US-Transportflugzeug C-17 (Archivbild) - SNA, 1920, 22.01.2022
Ein US-Frachtflugzeug mit Militärhilfe für die Ukraine an Bord ist in der Nacht auf Samstag auf einem Flughafen der Hauptstadt Kiew gelandet, wie die dortige US-Botschaft auf Twitter mitteilte.
„Die erste Lieferung der Hilfe, die kürzlich von Präsident Biden an die Ukraine gerichtet wurde, ist in der Ukraine eingetroffen. Diese Sendung beinhaltet 200.000 Pfund (zirka 90 Tonnen – Anm. d. Red.) Fracht, darunter Munition für die Frontverteidiger der Ukraine“, heißt es.
Die Botschaft veröffentlichte Bilder, die das Flugzeug beim Entladen zeigten.

Waffenlieferungen an Kiew

Nachdem Großbritannien am Montag einen Rüstungsexport zur „Selbstverteidigung“ nach Kiew angekündigt hatte, hat das russische Außenministerium den Westen aufgefordert, von der Militarisierung der Ukraine und der „antirussischen Informationskampagne“ abzusehen. Auch eine mögliche Provokation gegenüber Russland schloss die Behörde nicht aus.
Schon seit einigen Tagen liefert Großbritannien laut der Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, mit militärischen Transportflugzeugen seiner Luftstreitkräfte Waffen an die Ukraine. Mittlerweile sei es offensichtlich, dass zumindest sechs Flüge organisiert wurden. Jedes Flugzeug kann ihr zufolge bis zu 77,5 Tonnen Fracht an Bord nehmen – das heißt, insgesamt etwa 460 Tonnen Waffen.
Russisches Außenministerium - SNA, 1920, 20.01.2022
Waffenlieferungen an Kiew: Russisches Außenamt spricht von möglichen westlichen Provokationen
Darüber hinaus habe Kanada mehr als 200 Kommandos unter dem Vorwand der Bewachung seiner Botschaft entsandt. Auch vonseiten der USA ist laut Sacharowa eine umfangreiche Unterstützung der Ukraine erfolgt: Insgesamt habe Washington Kiew von 2014 bis 2021 mit 2,5 Milliarden US-Dollar (zirka 2,2 Milliarden Euro) unterstützt, so die Sprecherin.

Deutschland lehnt vorerst Waffenlieferungen an Kiew ab

Die Ukraine hat sich mehrmals an die Europäische Union (EU) mit der Bitte gewandt, das Land militärisch zu unterstützen, und dabei auf ihr „heiliges Recht auf Selbstverteidigung“ verwiesen. Der russische Außenminister, Sergej Lawrow, hat die USA und die Nato für die Förderung der militaristischen Bestrebungen der Ukraine scharf kritisiert.
US-Präsident Joe Biden (Archivbild) - SNA, 1920, 20.01.2022
Biden verunsichert mit Äußerungen zu Ukraine-Konflikt – Westen droht weiter Moskau
Deutschland will sich vorerst den Vereinigten Staaten und Großbritannien nicht anschließen. Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat zwar Solidarität mit der Ukraine bekundet, die jüngste Bitte um Waffenlieferungen jedoch abgelehnt.

Situation um die Ukraine

Das Verhältnis zwischen dem Westen und Russland ist in Bezug auf die Ukraine seit Monaten angespannt. Der Westen äußert die Befürchtung eines Angriffs seitens Russlands auf das Nachbarland und droht Russland seitdem mit schwerwiegenden Konsequenzen.
Moskau weist alle Vorwürfe einer angeblichen „Eskalation“ an der Grenze zur Ukraine zurück und verweist auf das Recht eines unabhängigen Staates, die eigenen Truppen innerhalb seines Staatsgebiets nach eigenem Ermessen zu bewegen.
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