Tschechien erwägt Rüstungslieferungen an Ukraine

CC0 / U.S. Army Europe / Flickr / Ukrainische Soldaten
Ukrainische Soldaten - SNA, 1920, 22.01.2022
Die Regierung der Tschechischen Republik erörtert laut der Verteidigungsministerin Jana Cernochova die Möglichkeit, der ukrainischen Armee Artilleriemunition zur Verfügung zu stellen.
Wie die Ministerin am Freitagabend bei einer Pressekonferenz ankündigte, wolle das tschechische Verteidigungsministerium dem Ministerkabinett vorschlagen, die Frage der Lieferung von Artilleriegranaten des Kalibers 152 Millimeter an die Ukraine zu erörtern.
„Wir werden der Regierung die materielle Hilfe anbieten, um die wir gebeten wurden – Kriegsmaterial und Ausrüstung für den operativen Bedarf, nämlich Artilleriegranaten des Kalibers 152 Millimeter“, schilderte sie. Es würde sich in diesem Fall um ein Geschenk handeln, präzisierte die Ministerin.
Die nächste Sitzung der tschechischen Regierung soll am Mittwoch, dem 26. Januar, stattfinden.
Auch der tschechische Außenminister, Jan Lipavsky, sprach von einer Lieferung von Artilleriemunition an die Ukraine:
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„Wir suchen auch aktiv nach Möglichkeiten, um die Ukraine zu unterstützen. Unter anderem wird das tschechische Verteidigungsministerium bei der nächsten Sitzung des Ministerkabinetts vorschlagen, Artilleriegranaten an die Ukraine als Geschenk zu schicken“, gab er am Freitag bekannt. Die Regierung prüfe auch andere Möglichkeiten zur Unterstützung der Ukraine, „aber nicht alles kann im Voraus angekündigt werden“. Auf jeden Fall werde die Situation um die Ukraine auf den Regierungssitzungen aktiv diskutiert, teilte der Außenminister mit.
Laut Lipavsky ist sein Land bereit, mögliche neue Sanktionen gegen Russland zu unterstützen. „Die Debatte darüber ist im Gange und wir beteiligen uns aktiv daran“. Gleichzeitig sprach sich der Minister dafür aus, dass die Kommunikationskanäle mit Russland offen bleiben. Die Verhandlungen im Nato-Russland-Rat und in der OSZE sollten fortgesetzt werden, betonte Lipavski.
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Die Ukraine und mehrere westliche Länder hatten seit Wochen ihre Besorgnis über angebliche verstärkte „aggressive Handlungen“ Russlands an den ukrainischen Grenzen zum Ausdruck gebracht. Russland wies die Vorwürfe des Westens und der Ukraine wiederholt zurück und betonte, dass Erklärungen über eine „russische Aggression“ als Vorwand für die Stationierung von mehr Nato-Technik unweit der russischen Grenzen missbraucht würden. Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, erklärte mehrmals, dass Russland seine Truppen auf dem eigenen Territorium nach Belieben verlegen dürfe.
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Die Beziehungen zwischen Tschechien und Russland sind seit längerem angespannt. Prag hatte russischen Geheimdiensten Mitte April 2021 vorgeworfen, hinter der Explosion im Munitionslager im tschechischen Vrbetice im Jahr 2014 zu stecken. Moskau bezeichnete die Anschuldigungen als absurd, unbegründet und aus der Luft gegriffen. Auch wiesen die beiden Länder gegenseitig Diplomaten aus.
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