Russische Söldner in Mali? „Wir werden nicht weichen“ – Lambrecht

© AP Photo / Michael SohnBundesjustizministerin Christine Lambrecht (Archivfoto)
Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (Archivfoto) - SNA, 1920, 22.01.2022
Deutschlands Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hat einen Abzug der Bundeswehr aus dem westafrikanischen Krisenstaat Mali wegen der dort angeblich agierenden russischen Söldner abgelehnt. Malis Regierung bestreitet allerdings, russische Söldner ins Land geholt zu haben.
Moskau wird es nicht gelingen, über die Entsendung von Söldnern den Westen quasi automatisch überall dort zum Rückzug zu bewegen, wo Russland uns nicht sehen will“, sagte Lambrecht der „Welt am Sonntag“.
„Wir werden nicht weichen, so einfach machen wir es den Russen nicht“, wurde die SPD-Politikerin von der Deutschen Presse-Agentur zitiert.
Die vom Militär beherrschte Interimsregierung in Mali hatte jüngst die Anwesenheit russischer Ausbilder im Land zugegeben und betont, sie mit dem gleichen Mandat ausgestattet zu haben wie die EU-Ausbildungsmission EUTM.
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Deutschland und weitere Länder hatten ihr dagegen vorgeworfen, Söldner der russischen Firma Wagner ins Land geholt zu haben, was Malis Interimsregierung bisher bestritten hat. Die EU wirft Wagner vor, Gewalt zu schüren sowie Zivilisten einzuschüchtern und hat Sanktionen gegen die Organisation verhängt.
Allerdings stellte Lambrecht auch Forderungen an Malis militärische Übergangsregierung, die seit dem Putsch vom vergangenen Mai, bereits dem dritten seit 2012, das 20 Millionen Einwohner zählende Land führt.
„Wenn man die Bundeswehr im Land will, dann muss man auch dafür sorgen, dass die Bedingungen stimmen“, sagte die Verteidigungsministerin. Die Soldatinnen und Soldaten müssten sich ungehindert bewegen können und bestmöglich geschützt werden. Dazu gehöre auch der Schutz durch Drohnen.
„Ich werde gegenüber der malischen Regierung sehr deutlich machen, dass es auch nicht sein kann, dass Wahlen für fünf Jahre ausgesetzt werden oder sie mit Söldnern zusammenarbeitet, die sich schwerer Menschenrechtsverletzungen schuldig gemacht haben“, betonte Lambrecht.
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