Lauterbach: Ungeimpfte müssen Verantwortung übernehmen

© REUTERS / HANNIBAL HANSCHKEGesundheitsminister Karl Lauterbach
Gesundheitsminister Karl Lauterbach - SNA, 1920, 22.01.2022
Vor der Bund-Länder-Runde zur Corona-Lage am Montag hat sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach für die Beibehaltung der aktuellen Maßnahmen ausgesprochen. Gleichzeitigt drängte der SPD-Politiker vor Lockerungen auf deutlich mehr Impfungen bei den über 60-Jährigen.
„Es wäre unverantwortlich, das Virus auf diese große Risikogruppe ohne Kontaktbeschränkungen loszulassen“, erklärte Lauterbach der „Rheinischen Post“ einem Vorabbericht zufolge. Nach seiner Einschätzung ist es nun an der Zeit, dass die Ungeimpften Verantwortung übernehmen:
„Seit zwei Jahren nehmen wir große Rücksicht auf die Ungeimpften und bringen als Gesellschaft – allen voran die Kinder – extrem große Opfer. Das geht nicht länger so weiter. Zur Abwechslung sind jetzt endlich mal die Ungeimpften dran!"
Lauterbach rechnet nicht damit, dass im Fall einer Impfpflicht-Einführung eine vierte Dosis nach einer bereits erfolgten Dreifachimpfung notwendig sein wird. „Wer heute oder künftig über drei Impfungen mit mRNA-Impfstoffen oder einem ähnlich wirksamen Impfstoff verfügt, verfügt über eine gute Grundimmunisierung“, sagte der Bundesgesundheitsminister. Einen Impfzwang werde es nicht geben. Die Regierung arbeite einzig und allein an einer Pflicht zum Nachweis einer Impfung.

„Lockerung wäre fatal“

Bei der Ministerpräsidentenkonferenz wolle er nicht zu Verschärfungen raten, betonte der SPD-Politiker. „Ich bin dafür, dass wir die bestehenden Maßnahmen beibehalten, also nicht ausweiten.“ Eine Lockerung wäre aber fatal, warnte er. „Wir würden Öl ins Feuer gießen und die Welle beschleunigen.“
Ampel (Symbolbid) - SNA, 1920, 21.01.2022
Ampel-Abgeordnete kündigen Gesetzentwurf für Corona-Impfpflicht an
Mit Blick auf die zuletzt rasant gestiegenen Infektionszahlen in Deutschland sagte Lauterbach, dass der Anstieg „kontrolliert“ verlaufe, weil man die Verdopplungszeit der Fallzahlen dank strenger Regeln von zwei auf sechs Tage habe strecken können. Man sei zwar auf dem richtigen Kurs und „schon dabei, aus der drohenden Omikron-Wand einen Hügel zu machen“. Trotzdem könne man eine Überlastung der Intensivstationen, der Krankenhäuser und den Einbruch von Teilen der Infrastruktur noch nicht ausschließen, mahnte er.
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