Grünen-Politiker Nouripour zeigt Verständnis für einige Corona-Demonstranten

© REUTERS / KAI PFAFFENBACHProtest gegen Corona-Maßnahmen in Frankfurt (Archivfoto)
Protest gegen Corona-Maßnahmen in Frankfurt (Archivfoto) - SNA, 1920, 22.01.2022
In der Corona-Protestszene gibt es nach Einschätzung von Omid Nouripour einerseits einen „harten Kern der Corona-Leugner“ und andererseits Menschen, die „verunsichert mitlaufen“. Letztere könne er verstehen, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Sie ließen sich mit Gesprächen und Überzeugungsarbeit „zurückgewinnen“.
„Es gibt da einen harten, teilweise militanten Kern, für den ich kein Verständnis habe, aber ich habe Empathie für viele, die da verunsichert mitlaufen“, so Nouripour, der sich gemeinsam mit Ricarda Lang um den Grünen-Parteivorsitz bewirbt.
Er habe Menschen besucht, die gegen die Covid-19-Impfungen seien, und habe solche auch in seinem Bekanntenkreis. In persönlichen Gesprächen merke er, „dass ihre individuellen Erfahrungen das Vertrauen in die Institutionen erschüttert haben“. Hinzu kämen dann oft Stresssituationen als Folge der Pandemie, etwa der Ausfall der Kinderbetreuung und sehr viel Zeit im Homeoffice.
Deutscher Panzer Leopard 2 (Archivbild) - SNA, 1920, 19.01.2022
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Anders sei der „harte Kern der Corona-Leugner“ zu beurteilen, fuhr Nouripour fort. Das seien teilweise Menschen aus dem rechtsradikalen Milieu, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung grundsätzlich infrage stellten: „Ich fürchte, bei ihnen ist Hopfen und Malz verloren.“

„Fake News“ aus Russland und China

Auch externe Akteure versuchten in der Corona-Krise, die deutsche Demokratie zu beschädigen, die eine Konkurrenz für ihre autoritären Herrschaftsmodelle darstelle, findet Nouripour. Ein Beispiel dafür seien „von russischen Medien im Ausland verbreitete Fake News über das Impfen“, sagte der Grünen-Politiker.
Etliche Staaten versuchten zudem, die Pandemie zu nutzen, um geostrategischen Gewinn daraus zu schlagen. „Darunter fällt für mich China, das eine umfassende wissenschaftliche Untersuchung des Ursprungs des Virus nicht zulässt und über staatliche Medien ebenfalls Falschinformationen verbreitet.“ Ein Beispiel dafür sei „der Fall einer importierten deutschen Schweinshaxe, die angeblich die Ursache für einen Corona-Ausbruch in einer chinesischen Stadt war“.
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