Selbsterklärte Volksrepublik Donezk: Kiew verlegt Mehrfachraketenwerfersysteme in den Donbass

© SNA / Stringer / Zur BilddatenbankEin ukrainischer Soldat an einem Mehrfachraketenwerfer BM-21 "Grad" auf einem Übumgsplatz (Archivbild)
Ein ukrainischer Soldat an einem Mehrfachraketenwerfer  BM-21 Grad auf einem Übumgsplatz (Archivbild) - SNA, 1920, 21.01.2022
Die ukrainischen Streitkräfte haben nach Angaben der Volksmiliz der selbsterklärten Volksrepublik Donezk Mehrfachraketenwerfersysteme des Typs „Smertsch“ und „Uragan“ in den Donbass verlegt. Sie sollen sich auf eine Offensive vorbereiten.
Das Kommando der Donezker Volksmiliz hat laut einem Sprecher Vorbereitungen zur Einleitung „aktiver Kampfhandlungen“ seitens der Einheiten der ukrainischen Armee festgestellt. Dabei beriefen sich die Militärkommandos in Donezk auf Aufklärungsdaten.
„Sechs Mehrfachraketenwerfersysteme des Typs ‚Smertsch‘ und zwei Mehrfachraketenwerfersysteme vom Typ ‚Uragan‘ mit Streumunition wurden auf dem Bahnhof in der Stadt Krasnoarmejsk (die Stadt wird von Kiew kontrolliert – Anm. d. Red.) von einem Zug abgeladen“, teilte der Sprecher am Freitag mit.
Zudem würden auf einem Militärübungsplatz auf der Basis der 25. Brigade der ukrainischen Streitkräfte in der Nähe des Dorfes Anadol Einheiten der Abwehrtruppen intensiv trainiert, sodass Provokationen mit Einsatz von chemischen Substanzen möglich seien, hieß es.
Darüber hinaus sei in den zurückliegenden zwei Wochen auch die Ankunft von Kräften der nationalistischen Bewegung „Rechter Sektor“* sowie Scharfschützen von dem 74. Aufklärungsbataillon und der Spezialeinheit Alfa des ukrainischen Inlandgeheimdienstes SBU im Einsatzgebiet registriert worden.
„Entlang der gesamten Berührungslinie wurden verstärkte Aufklärungsaktivitäten des Gegners mit Einsatz von Drohnen festgestellt“, hieß es in der Mitteilung weiter. An die Feldartilleriedepots der ukrainischen Truppen im Donbass seien aktiv verschiedene Typen von Munition geliefert worden.
Moskauer Kreml (Archivbild)  - SNA, 1920, 20.01.2022
Bidens Drohungen könnten Krieg provozieren – Kreml
Das ukrainische Militär soll nach Angaben der Donezker Volksmiliz 2000 Panzerabwehrlenkwaffen des Typs NKAW bekommen haben. Die Lieferung betreffe mutmaßlich die Angriffsgruppen der 25. und der 95. Luftlandebrigade sowie die Kämpfer der „Nationalistenbataillone“.
Nach Informationen der Donezker Volksmiliz sollen britische Ausbilder bereits Besatzungen für den Einsatz dieser Waffen trainiert haben. Die Trainingseinheiten seien im 199. Ausbildungszentrum der ukrainischen Streitkräfte in der Region Schytomyr abgehalten worden. Medienberichten zufolge hatte London zu diesem Zweck 30 Soldaten der neu geschaffenen Eliteeinheit, der sogenannten Special Operations Brigade, in die Ukraine entsandt.
Kriegsspuren im Donbass: Die mit Einschusslöchern übersäte Fassade eines Wohnhauses in Uglegorsk (Archivfoto) - SNA, 1920, 21.01.2022
Acht Jahre Ukraine-Krise: Duma berät über Anerkennung von Donbass-Republiken
Insgesamt sollen Einheiten der ukrainischen Armee in den letzten Tagen mehr als 460 Tonnen verschiedener tödlicher Waffen aus dem Vereinigten Königreich erhalten haben.
Im Sommer 2020 hatte Kiew mit den selbsterklärten Volksrepubliken Donezk und Lugansk zusätzliche Maßnahmen zur Sicherung des Waffenstillstandes vereinbart, die eine vollständige Waffenruhe, das Verbot der Stationierung von Waffen in den bewohnten Gebieten und in deren Nähe sowie das Verbot von Angriffs-, Aufklärungs- und Sabotageaktivitäten vorsehen. Die Vorschriften sollten bis zur endgültigen Regelung des Konflikts in der Ostukraine gelten.
Berichte über die Verlegung schwerer Waffen durch ukrainische Truppen häuften sich zuletzt. Gleichzeitig werfen Kiew und dessen westliche Partner Moskau Vorbereitungen einer Militärinvasion in die Ukraine vor.
Angehörige der Volkswehr der selbsternannten Republik Lugansk im Osten der Ukraine (Archiv) - SNA, 1920, 19.01.2022
Ostukraine: Kiew will Beschuss der Regierungstruppen durch Volkswehr in Lugansk inszenieren
Russland wies die Vorwürfe des Westens und der Ukraine wiederholt zurück und betonte, dass sie dazu benutzt würden, Truppen und Waffen aus Nato-Ländern in der Nähe russischer Grenzen zu stationieren. Moskau wies mehrmals darauf hin, dass die ukrainischen Behörden sich weigerten, die Minsker Abkommen umzusetzen und eine gewaltsame Konfliktlösung erwägten.
*Die Organisation ist in Russland als extremistisch eingestuft und verboten
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала