Luxusfahrzeuge von Deutschland nach Dubai geschmuggelt: Polizei zerschlägt Autoschieber-Bande

Polizeieinsatz (Symbolbild) - SNA, 1920, 21.01.2022
Nach dreijährigen Ermittlungen haben Mitarbeiter der Polizei in Niedersachsen und den Niederlanden sowie der Europol eine Bande zerschlagen, die sich auf den Diebstahl und den Verkauf hochwertiger Fahrzeuge ins Ausland spezialisiert hatte. Dies geht aus einer Mitteilung der Polizeidirektion Osnabrück hervor.
Insgesamt wurden demnach 13 Bandenmitglieder ausfindig gemacht, die im Verdacht stehen, hoch- und mittelpreisige Fahrzeuge im Gesamtwert von rund 2,5 Millionen Euro überwiegend in Deutschland entwendet und mit gefälschten Fahrzeugpapieren illegal weltweit weiterverkauft zu haben.
Einer der Anführer der verbrecherischen Gemeinschaft, der „alle Fäden in der Hand“ gehabt habe, sei am 11. Januar in Ter Apelkanaal festgenommen worden. Der 66-jährige Niederländer befinde sich in den Niederlanden in Untersuchungshaft. Ein weiteres führendes Mitglied der Bande sitze derzeit in Untersuchungshaft in Litauen; die beiden vermutlichen Täter sollen demnächst an die deutsche Justiz ausgeliefert werden.

„Die Täter gingen hoch professionell vor“

Insgesamt seien der Polizei aktuell 32 Taten mit entwendeten Pkws bekannt, elf davon seien bei Durchsuchungen oder Ermittlungen anderer Dienststellen entdeckt worden. Ein großer Teil der gestohlenen Autos sei über den Hafen von Rotterdam nach Dubai verschifft worden. Andere entwendete Fahrzeuge seien innerhalb Deutschlands über entsprechende Fahrzeugbörsen und Hehler verkauft worden. Tatorte waren unter anderem Nürburg (Rheinland-Pfalz), Osnabrück (Niedersachsen), Hamburg, Bad Homburg (Hessen) sowie Meerbusch, Köln, Coesfeld, Lotte und Münster (Nordrhein-Westfalen). Weitere Fahrzeuge seien in Frankreich bei einer Autovermietung unterschlagen und weiterverkauft worden.
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Die gestohlenen Autos seien in Fahrzeughallen, unter anderem in der Nähe des niederländischen Groningen, abgestellt und für den illegalen Weiterverkauf aufbereitet worden. „Dabei gingen die Täter hoch professionell vor und veränderten neben den Daten in den Fahrzeugbriefen auch die Fahrzeugidentifizierungsnummern (FIN) an den Autos“, hieß es in der Mitteilung.
Bei einer Durchsuchung in Litauen Ende 2021 sollen Ermittler außerdem rund 400.000 Euro Bargeld sowie 60 gefälschte Fahrzeugbriefe gefunden haben.
Auch eine illegale Zigarettenfabrik mit 1,5 Millionen Zigaretten sei letzte Woche in einem Geschäftshaus in Ter Apelkanaal in den Niederlanden im Rahmen der Ermittlungen zufällig ausfindig gemacht und stillgelegt worden.
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Der Sprecher der zuständigen Polizeidirektion Osnabrück, Marco Ellermann, würdigte die Ergebnisse der Bemühungen der Polizeibeamten: „Ein toller Ermittlungserfolg, der sich ganz bestimmt in der Welt der organisierten Kriminalität herumsprechen wird.“
An den umfangreichen Ermittlungen waren neben der federführenden Zentralen Kriminalinspektion und der Staatsanwaltschaft Osnabrück die niederländische Polizei, das Internationale Rechtshilfezentrum (IRC) in Den Haag und Groningen sowie Europol beteiligt.
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