Johnsons Schwäche als Chance für Schottlands Unabhängigkeit nutzen – Craig Murray

© AP Photo / Alberto PezzaliSchottische Flagge (Archivbild)
Schottische Flagge (Archivbild) - SNA, 1920, 21.01.2022
Während sich die britische Regierung in schwierigem Fahrwasser befinde und Premierminister Boris Johnson seine Autorität aus den Händen gleite, müsse Schottland die Chance nutzen, seine Unabhängigkeit zu erklären, sagt der ehemalige britische Botschafter in Usbekistan und Unterstützer der schottischen Unabhängigkeitsbewegung Craig Murray.
Wenn der Gegner am schwächsten sei, müsse Schottland sein Schicksal in die Hand nehmen, schreibt Murray in einem aktuellen Beitrag auf seinem Blog. Mit einer Mehrheit für die Unabhängigkeit, sowohl im schottischen Parlament als auch unter den schottischen Abgeordneten in Westminster, sollten Schottlands gewählte Volksvertreter die Gunst der Stunde nutzen und Schottlands Unabhängigkeit erklären. Zur offiziellen Bestätigung der Unabhängigkeit sollten sie ein Datum für ein Plebiszit festlegen, das in einem bereits unabhängigen Schottland und nach schottischen Regeln abgehalten werden sollte, ohne Einmischung von außen, schreibt der Schotte Murray, der sich seit langem für die Unabhängigkeit seines Landes ausspricht.
Schottland müsse die Unabhängigkeit erlangen, denn es werde kontinuierlich von Parteien regiert, die es nicht gewählt habe, und sei gegen seinen Willen gezwungen worden, die EU zu verlassen. „Wie würde Großbritannien reagieren? Wer würde eine Kampagne gegen Schottlands neue Unabhängigkeit führen“, fragt der ehemalige Diplomat. „Der diskreditierte Boris Johnson?“ Weder Johnson noch anderen „zahnlosen Tigern“ in der britischen Politik traut er momentan so viel Macht zu.
Der britische Premierminister Boris Johnson - SNA, 1920, 20.01.2022
Minister: Johnson durch Tory-Rücktrittsforderung „beschädigt“
Der regierenden schottischen Partei SNP wirft Murray vor, die „goldene Chance des Brexit“ verpasst und feige das Veto von Theresa May gegen jegliches Referendum akzeptiert zu haben. Die SNP habe auch während der Monate von Mays Minderheitenregierung ihre Stimme nie für die Unabhängigkeit eingesetzt. Statt sich für den Verbleib Schottlands in der EU starkzumachen, habe die SNP versucht, England und Wales am Austritt zu hindern, wobei diese längst dafür gestimmt hätten.
In der jetzigen Situation arbeite die SNP offenbar daran, die Union zu stärken, indem ein Ersatz für Johnson gesucht werde, der ein ehrlicherer und effizienterer Anführer sein könnte und weniger toxisch für das schottische Volk. „Es ist erstaunlich, dass die Führung der SNP angesichts des Zusammenbrechens des Vereinigten Königreiches nicht auf die Idee kommt, die Unabhängigkeit voranzutreiben“, konstatiert Murray. Nun sei für die Angeordneten der Moment gekommen, aus dem Parlament in Westminster, das bereits kollabiere, hinauszugehen. Ein echter Unterstützer der Unabhängigkeit könne nicht anders handeln, schließt Murray.
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