Jeder fünfte deutsche Altersrentner bekommt weniger als 500 Euro

CC0 / Wolfgang Eckert / Pixabay / Rente (Symbolbild)
Rente (Symbolbild) - SNA, 1920, 21.01.2022
Rund 3,4 Millionen (19,8 Prozent) Altersrenten in Deutschland haben Ende 2020 bei unter 500 Euro gelegen. Das geht aus einer Antwort des Bundessozialministeriums auf eine Anfrage des AfD-Abgeordneten René Springer hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Rund die Hälfte (49,5 Prozent) der Renten lag demnach bei unter 1000 Euro im Monat. Besonders viele kleine Renten wurden im Westen und an Frauen gezahlt.
Kleine Renten ergäben sich vor allem aus sehr kurzen Beitragszeiten, etwa durch „kurze Erwerbsbiografien, wie sie früher in den alten Bundesländern bei Frauen oft vorkamen“, erklärt das Ministerium in seiner Antwort. Ein weiterer Faktor sei der Wechsel des Versichertenstatus von der gesetzlichen Rentenversicherung in die Beamtenversorgung.
Eine niedrige Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung sage deshalb wenig über das Gesamteinkommen im Alter aus. Laut dem Alterssicherungsbericht der Regierung kämen geringe Renten „viel häufiger“ in Haushalten mit hohen Einkommen vor.
Der AfD-Abgeordnete Springer sprach dagegen von einer „jahrzehntelangen verantwortungslosen Rentenpolitik“. In Deutschland gibt es insgesamt etwa 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner. Darunter fallen nicht nur Altersrentner, sondern auch Menschen, die Hinterbliebenen- oder Erwerbsminderungsrente beziehen.
Dabei erhalten die deutschen Rentnerinnen und Rentner ihre Altersbezüge immer länger, obwohl sie später in den Ruhestand gehen. Laut Reuters stieg die durchschnittliche Rentenbezugsdauer innerhalb von zehn Jahren von 18,5 auf 20,2 Jahre. Gleichzeitig erhöhte sich das durchschnittliche Rentenzugangsalter für Altersrenten von 2010 bis 2020 von 63,5 Jahren auf 64,2 Jahre.
Besonders deutlich fiel der Anstieg der Rentenbezugsdauer den Angaben zufolge bei Männern aus: 2010 lag sie bei 16,2 Jahren und 2020 bereits bei 18,5 Jahren. Die ohnehin höhere Rentenbezugsdauer von Frauen legte in diesem Zeitraum von 20,9 auf 22 Jahre zu. Ein Grund für den Anstieg war demnach die längere Lebenserwartung.
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