45 Prozent der Bundesbürger mit Arbeit neuer Regierung unzufrieden – Umfrage

© REUTERS / Omer MessingerBundeskanzler Olaf Scholz steht zusammen mit Vizekanzler und Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck und Finanzminister Christian Lindner während der wöchentlichen Kabinettssitzung im Kanzleramt in Berlin (Archivbild)
Bundeskanzler Olaf Scholz steht zusammen mit Vizekanzler und Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck und Finanzminister Christian Lindner während der wöchentlichen Kabinettssitzung im Kanzleramt in Berlin (Archivbild) - SNA, 1920, 21.01.2022
Knapp sechs Wochen nach dem Amtsantritt der neuen Bundesregierung von SPD, Grünen und FDP haben sich 45 Prozent der Bevölkerung mit deren Arbeit eher oder sogar sehr unzufrieden gezeigt. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur durchgeführt wurde.
Weitere 37 Prozent bekundeten demnach überwiegend ihre Zufriedenheit. 17 Prozent machten keine Angaben.
Wie es aus der Umfrage weiter verlautete, betrifft die überwiegende Unzufriedenheit mit der Regierungsarbeit alle drei Hauptakteure der Koalition fast gleichermaßen: Kanzler Olaf Scholz (SPD), Vizekanzler Robert Habeck von den Grünen sowie Finanzminister und FDP-Chef Christian Lindner.
Mit Scholz seien 47 Prozent der Bundesbürger eher unzufrieden und 33 Prozent eher zufrieden. 43 Prozent der Befragten hätten die Arbeit von Habeck eher negativ und 30 Prozent eher positiv bewertet.
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Auch bei Lindner überwiegt laut der Umfrage die Unzufriedenheit, er kommt im Vergleich mit seinen beiden Kabinettskollegen aber noch am besten weg: 40 Prozent sind eher unzufrieden, 32 Prozent eher zufrieden mit seiner Arbeit.
Im ZDF-„Politbarometer“ war die Arbeit von Scholz vor einer Woche noch sehr positiv bewertet worden. 65 Prozent der Befragten meinten, dass Scholz seine Sache als Bundeskanzler „eher gut“ mache. 17 Prozent gaben hingegen „eher schlecht“ an.
Am Freitag kommt das Kabinett zu seiner ersten Klausurtagung zusammen, bei der es um die deutsche Präsidentschaft in der G7 und die Beschleunigung von Zukunftsinvestitionen gehen soll.

Bildung der Ampel-Regierung

Am 8. Dezember hatte der Bundestag den Sozialdemokraten zum 9. Kanzler der Bundesrepublik gewählt. Scholz fehlten rein rechnerisch mindestens 15 Stimmen aus dem Lager der Ampel-Fraktionen. Auf den 63-Jährigen entfielen in geheimer Abstimmung 395 von 707 abgegebenen Stimmen. Es gab 303 Nein-Stimmen und sechs Enthaltungen, drei Stimmen waren ungültig.
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Ampel-Regierungsbildung abgeschlossen – Kabinett vereidigt
Zur Wahl des Sozialdemokraten waren 369 Stimmen nötig. SPD, Grüne und FDP, die die erste Ampel-Koalition im Bund bilden, verfügen im Parlament zusammen über 416 Mandate und liegen somit um 47 Mandate über der sogenannten Kanzlermehrheit. Einige Abgeordnete fehlten wegen Krankheit. Der neue Kanzler und seine 16 Minister waren im Bundestag vereidigt worden.
Die SPD hatte die Bundestagswahl am 26. September mit 25,7 Prozent knapp für sich entschieden. Die Union war mit 24,1 Prozent der Stimmen nur zweitstärkste Kraft geworden. Auf Platz drei landeten die Grünen (14,8 Prozent), gefolgt von der FDP (11,5) und der AfD (10,3).
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