Studie: „Sputnik V“ effizienter gegen Omikron als Impfstoff von Pfizer/Biontech

© Sputnik / Zur BilddatenbankDer Impfstoff "sputnik V"
Der Impfstoff sputnik V  - SNA, 1920, 20.01.2022
Laut einer neuen Studie hat der Corona-Impfstoff „Sputnik V“ eine zweimal höhere Wirksamkeit gegen den Omikron-Stamm gezeigt als die mRNA-Spritze von Pfizer/Biontech. Zu diesem Schluss kamen Forscher von dem italienischen Lazzaro-Spallanzani-Institut, dem russischen Gamaleja-Forschungszentrum und der Moskauer Setschenow-Universität.
Die Studie ist als Vorabdruck beim MedRxiv-Portal zugänglich.
Die Forscher verglichen den russischen Impfstoff mit seinem als Comirnaty bekannten Pendant von Pfizer/Biontech, um die Wirksamkeit der beiden Vakzine gegen die Omikron-Variante des Coronavirus zu untersuchen.
Die Untersuchung wurde von zwölf italienischen Wissenschaftlern in einem Labor in Rom durchgeführt. Sie verwendeten Blutserumproben von Personen, die mit „Sputnik V” oder Comirnaty geimpft wurden und ähnliche IgG-Antikörpertiter sowie die gleiche neutralisierende Aktivität gegen die ursprüngliche Variante des Coronavirus aufwiesen.
Es stellte sich heraus, dass „Sputnik V” im Vergleich zu Comirnaty 2,1-mal mehr neutralisierende Antikörper gegen Omikron überhaupt und 2,6-mal mehr Antikörper drei Monate nach der Impfung hatte.
© SNATiter der neutralisierenden Antikörper gegen den Omikron-Stamm
Titer der neutralisierenden Antikörper gegen den Omikron-Stamm - SNA, 1920, 19.01.2022
Titer der neutralisierenden Antikörper gegen den Omikron-Stamm
Demnach neutralisiert „Sputnik V” die Omikron-Variante, weil sie dank einem hohen Antikörperspiegel eine stärkere Immunantwort bildet. Bei der Überprüfung des Grundniveaus von RBD (Rezeptor-Bindungsdomäne)-spezifischen IgG-Antikörpern wiesen die Forscher darauf hin, dass in den oberen 25 Prozent der Proben mit den höchsten IgG-Werten 100 Prozent der mit „Sputnik V”-geimpften Personen diese Antikörper aufwiesen – bei den mit Comirnaty Geimpften in dieser Gruppe war es 83,3 Prozent. Insgesamt neutralisierten 74,2 Prozent der Blutserumproben bei „Sputnik V” den Omikron-Stamm im Vergleich zu 56,9 Prozent bei Pfizer.
© SNATiter der neutralisierenden Antikörper gegen den Omikron-Stamm
Titer der neutralisierenden Antikörper gegen den Omikron-Stamm - SNA, 1920, 19.01.2022
Titer der neutralisierenden Antikörper gegen den Omikron-Stamm
Bei der hohen Effizienz von „Sputnik V“ gegen Omikron spielen mehrere Faktoren eine Rolle, wie unter anderem die Produktion eines viel breiteren Spektrums an neutralisierenden Antikörpern. Der Impfstoff von Pfizer/Biontech nutzt hingegen das S-Protein in einer Prolin-stabilisierten Form gegen bestimmte Teile der Antigenmoleküle, die bei Omikron meistens durch Virusmutationen deformiert sind. Auch die heterologe Prime-Boost-Technologie von „Sputnik V” spielt eine Rolle – es verwendet zwei verschiedene adenovirale Vektoren, und die humane adenovirale Vektorplattform selbst stellt einen zusätzlichen Vorteil dar, da sie besser eine Infektion nachahmt. Die Autoren der italienisch-russischen Studie bezeichnen diesen Ansatz als den effektivsten:

„Heute ist die Notwendigkeit einer dritten Auffrischimpfung offensichtlich. Und der effektivste Ansatz, der bereits in mehreren Studien gezeigt wurde, ist die Verwendung heterologer Auffrischimpfungen, und unter Corona-Impfstoffen war ‚Sputnik V‘ bei diesem Ansatz bahnbrechend.”

Die italienisch-russische Studie bestätigt auch frühere Erkenntnisse des Gamaleja-Instituts, die im Dezember 2021 bei MedRxiv veröffentlicht wurden. Demnach hat „Sputnik V” eine hohe virusneutralisierende Aktivität gegen die Omikron-Variante.
Andere Studien zeigten außerdem, dass der Antikörperspiegel weniger und langsamer bei denen sinkt, die mit „Sputnik V“ immunisiert wurden.

Die universelle Booster-Impfung

Die weite Verbreitung der Delta-Variante, unmittelbar gefolgt von der Omikron-Welle, hat zur weltweiten Suche nach dem perfekten Auffrischimpfstoff geführt. Der Russische Direktinvestitionsfonds (RDIF) schlägt „Sputnik Light” als eine Lösung vor. „Sputnik Light” ist ein Einzeldosis-Impfstoff auf Basis des humanen Adenovirus Serotyp 26 ( erster Bestandteil von „Sputnik V”). Das russische Gesundheitsministerium empfiehlt „Sputnik Light” für die Auffrischungsimpfung sechs Monate nach der Grundimmunisierung.
Daten aus klinischen Studien in Argentinien und anderen Ländern haben eine hohe Sicherheit und Immunogenität von „Sputnik Light” als Auffrischimpfung für Impfstoffe anderer Hersteller gezeigt. Seine Wirksamkeit gegen die Delta-Variante als Einzeldosis-Booster für andere Impfstoffe kommt einem Bericht zufolge der Wirksamkeit von „Sputnik V” nahe und beträgt über 83 Prozent gegen eine Infektion und 94 Prozent gegen Krankenhauseinweisungen.
RDIF-Chef Kirill Dmitriev hat die Bedeutung der Verwendung von „Sputnik Light” als Booster unterstrichen:
„Die adenovirale Vektorplattform hat bereits in der Vergangenheit eine hohe Wirksamkeit bei der Bekämpfung von Coronavirus-Mutationen gezeigt. Mix-and-Match-Boosting mit dem Einsatz von 'Sputnik Light' könnte die Wirksamkeit anderer Impfstoffe erhöhen, und die Partnerschaft zwischen verschiedenen Impfstoffplattformen spielt angesichts der Herausforderungen, die durch das gleichzeitige Vorhandensein von Delta- und Omikron-Varianten entstehen, eine Schlüsselrolle.“
Der Corona-Impfstoff „Sputnik V”, der bereits im August 2020 als weltweit erster registriert worden war, ist derzeit in 71 Ländern mit einer Bevölkerung von knapp vier Milliarden Menschen zugelassen. „Sputnik Light” ist in 30 Ländern zugelassen worden. Die Impfstoffe wurden vom russischen Gamaleja-Forschungszentrum entwickelt und vom Russischen Direktinvestitionsfonds (RDIF) mitfinanziert, der auch für ihre weltweite Vermarktung zuständig ist.
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